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Von Evchensruh nach Adams Hoffnung

Die sechs Erzählungen sind das Kaleidoskop eines Lebens: von der erinnerten Kindheit, die immer märchenhafte Züge trägt, über die verspielten Dinge der Jugend bis hin zu den harten Auseinandersetzungen im Erwachsenen-Dasein. Das Verschwinden von Glauben und Vertrauen, das Verzweifeln an der Welt, diese metaphorische Obdachlosigkeit (Safranski), sind Teil davon.

Dr Fischer

Dr Fischer

Lene Voigt

Bauschmuck am alten Rathaus in Leipzig (Rochlitzer Porphyrtuff)
Bauschmuck am alten Rathaus in Leipzig (Rochlitzer Porphyrtuff)

Mit dr Angel in dr Hand

Saß ä Mann am Uferrand,

Schtarrte uff de Fluten hin,

Nach ä Garbfen schtand sei Sinn.


Leider wollte geener gomm,

Alle warnse fortgeschwomm.

Doch drfier guckt aus dn Woochen

Jetzt ä Weib mit hibschen Oochen.


„Horch mal Gleener“, meent de Scheene,

„Eechentlich is das gemeene,

Wiede meine Fische lockst

Un dann damit heeme sockst.


Haste denn gee Härz im Balche,

Egelhafte Mordganallche?

Wenn dorchaus de angeln mußt,

Nu, dann gomm an meine Brust!“


Un se beicht sich hin zum Manne,

Flistert sieß: „Ich heeße Hanne,

Wohne in ä Muschelschlosse.

Gomm un sei dort mei Genosse!


Dorten unten gibbt‘s geen Gummer,

Däächlich fräßmr frischen Hummer.

Närchendswo läbt sich‘s so sieß

Wie im Woochenparadies.“


Druff fängt‘s Wasser an zu schwäbbern.

„Weib, du gannst een ganz bedäbbern!“

So ruft noch dr Fischer bange.

Doch da hattn schon die Schlange.


Nunter zärrtsen in ihr Reich.

Alle Fische feixen gleich.

Denn se wissens ganz genau:

Heide wärn die Mann und Frau.

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