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Martinsfest - Wir feiern Martini

Florian Russi

Kleine Broschüre mit Texten und Liedern zum Martinstag

Laterne, Laterne ... Im dunklen Monat November hält das Martinsfest einen Lichtpunkt für uns bereit. Vor allem Kinder freuen sich weit im Voraus auf den Martinstag, um mit ihren leuchtenden Laternen durch den Ort zu ziehen. Die Hintergründe zur Geschichte des festes und den traditionellen Bräuchensind in dieser Broschüre festgehalten. Mit einer Anleitung für eine selbstgebastelte Laterne, drei leckeren Rezepten und vielen Liedern, Gedichten und Reimen ist sie ein idealer Begleiter für jedermann.

Dr Erlgeenich

Dr Erlgeenich

Lene Voigt

Erlkönig. Gemälde Moritz von Schwind.
Erlkönig. Gemälde Moritz von Schwind.


Ä Babba, där reided mit Gustav, sein Sohn,

Seit anderthalb Schtunden dorchs Rosendahl schon.

Dr Doktor, der hatn Bewäächung empfohln,

die will sich dr Alde nu jede Nacht holn.

Sei Gleener wärd ängstlich un meent: „Gugge da,

Dr Erlgeenich spbukt dort, schon gommtr ganz nah!“

„Ächa, dummes Gind“, brilld dr Babba zurick,

„De bist ähm schon schläfrich, da flimmert dr Blick.“

„Ich sähn awer doch, dorten feixtr im Busche,

Äs Mondlicht, das fälltn diräkt uff de Gusche.“

„Ich weeß gar nich, Gustav, was du heite hast,

Das is weiter nischt wie ä schimmlicher Ast.“

„Nee, nee, gannst mrsch gloom, ´s is ä Gärl un drhinter

Da schwähm seine Dechter. Verbibbch, sin das Ginder!

De eene, die winkt mitn Schnubbduch un lacht,

Ach Babba, is das änne gomische Nacht!“

Dr Alde wärd ärcherlich, reidet wie dumm

Un meent zu sein Jung: „Gugg dich bloß nich mehr um!

De schreckst een ja dadsächlich an mit dein Bleedsinn.

Wie gann bloß ä neinjährches Gind so verdreht sin!“

Un doller reidet dr Babba drufflos,

Wild fliechen de Fätzen von Aerde un Moos,

Dr Gaul schnauft wie närrsch, wärft de Mähne gen Himmel

Un denkt: Was mei Reider is, där hat ä Fimmel!-

Na endlich da landense, ´s wärd schon bald helle.

Dr Alde greift hinter sich – läär is de Schtelle.

Da ruftr un gratzt sich drbei hintern Ohrn:

„So ´s richtch, jetzt habbch Gustavchen glicklich verlorn!“

Bildnachweis

Kopfbild: Flusslandschaft im Rosental bei Leipzig. Gemälde von Karl Gustav Carus.
Bild im Text: Erlkönig. Gemälde von Moritz von Schwind.

Beide Abb. sind Wikimedia entnommen, sie sind gemeinfrei.



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