Leipzig-Lese

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Johann Joachim Winckelmanns Wirken auf Schloss Nöthnitz und in Dresden

Klaus-Werner Haupt

Nach rastlosen Jahren findet Johann Joachim Winckelmann auf dem nahe Dresden gelegenen Schloss Nöthnitz eine Anstellung als Bibliothekar. Die bünausche Bibliothek und die Kunstsammlungen der nahen Residenzstadt ermöglichen Kontakte mit namhaften Gelehrten. In ihrem Kreise erwirbt der Dreißigjährige das Rüstzeug für seine wissenschaftliche Karriere. Sein epochales Werk „Gedancken über die Nachahmung der Griechischen Werke in der Mahlerey und Bildhauer-Kunst“ (1755) lenkt den Blick auf die Kunstsammlungen Augusts III. und ebnet den Weg nach Rom.

Winckelmanns Briefe, von denen mehr als fünfzig aus den sächsischen Jahren überliefert sind, lassen seinen Karrieresprung, aber auch seine persönlichen Nöte vor unseren Augen lebendig werden. Zwei Gastbeiträge über die jüngere Geschichte des Schlosses und die Visionen der Freunde Schloss Nöthnitz e. V. runden den Jubiläumsband ab.

Arthur Nikisch und die Schlussfuge

Arthur Nikisch und die Schlussfuge

Dipl.-Päd. Ursula Brekle

Arthur Nikisch von Hans Schlissmann.
Arthur Nikisch von Hans Schlissmann.

 

Der geniale Musiker und Interpret, ein Klangzauberer, wurde im Jahr 1895 in Nachfolge von Carl Reinecke Gewandhauskapellmeister in Leipzig. Er führte dieses Amt bis zu seinem Tode am 23. Januar 1922. Er ist auf dem Südfriedhof zu Leipzig beigesetzt. Peter Korfmacher beschreibt ihn als den „Prototyp des genialischen Magiers am Pult, als Halbgott in Schwarz...ein Individualist, dem Interpretation immer Neuschöpfung bedeutete.“

Auf die Zusammenarbeit mit dem musikalischen Leiter des Arbeiter-Bildungsinstituts Leipzig, Barnet Licht, geht auch die Tradition des Leipziger Gewandhausorchesters zurück, jeweils Silvester die 9. Sinfonie von Ludwig van Beethoven aufzuführen. Erstmalig dirigierte sie Nikisch am 31. Dezember 1918 im Krystallpalast in Leipzig. „Wichtiger aber ist, das der Klang noch lebt, den das Gewandhausorchester unter ihm erhielt, vor allem der dieser seidigen, lebendigen, dunklen, erdigen warmen Streicher, die die Zeitgenossen rühmten und die heute noch das Leipziger Orchester unverwechselbar machen.“ So urteilt Peter Korfmacher.

Anlässlich des 100. Todestages von Arthur Nikisch ehrt ihn das Gewandhaus und lässt von ihm hochgeschätzte Werke sowie eigene Kompositionen erklingen.

 

Zeitgenossen sagten aber Nikisch nach, dass er sich mit der Partitur von neuen Werken erst in den Proben beschäftigte. Er hatte Fähigkeiten, eine Partitur schnell zu lesen und zu erfassen. Bei der Einstudierung eines neuen Werkes von Max Reger bat der Komponist, zuerst die Schlussfuge zu probieren. Nikisch war einverstanden und fing an diese zu suchen. Er blätterte und blätterte die Noten durch, konnte aber die Schlussfuge nicht finden. Er stöhnte: „Wo ist sie denn? Wo ist sie denn?“

Darauf Max Reger verärgert: „Es gibt gar keine!“

 

Peter Korfmacher zitiert aus „Der erste Halbgott in Schwarz“ in der LVZ vom 22./23. Januar 2022.

 

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