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Wilfried Bütow
Kennst du Heinrich Heine?

Kunstfertig in vielen Genres, geht Heine souverän mit den Spielarten des Komischen um, erweist sich als ein Meister der Ironie und der Satire und weiß geistreich und witzig zu polemisieren.
Doch hatte er nicht nur Freunde. Erfahre mehr vom aufreibenden Leben Heines, wie er aus Deutschland fliehen musste, in Paris die Revolution von 1830 erlebte und den großen Goethe zu piesacken versuchte.


 

Der  große Schlussvergaufsdag

Der große Schlussvergaufsdag

Edwin (Pseudonym: Bliemchen) Bormann

Leipzig: Eingang zur Petersstrasse 1911
Leipzig: Eingang zur Petersstrasse 1911


Halb Leibzig, weeßkneppchen is heit uf ’en Beenen

Halb Halle, halb Bidderfeld streemde herbei;

Hier sieht mer aus Deeweln, aus Criminitschau eenen,

Un dorden gar zwee aus der richt’gen Därkei.


Un alle die Laden un all’ die Gewelwer

Hamm offen, un mancher macht heit’ seinenSchnitt;

De Waare vergooft sich beinahe von selwer,

Aus Leibzig bringkt jeder ja gerne was mit.


„Doch heernse, erlow’n Se mal giedigsh da driewen,

Da is je trotz alle der Messe ooch heit’

Ä Laden, ä eens’ger, geschlossen gebliewen?!«

Ja, sehnse, das is Se ä Zeechen der Zeit.


Denn dief is 's begrindet in menschlichen Wesen

Un dichdende Seelen erfillt es mit Weh:

Wo uf änner Färma ,,Buchhandlung“ ze lesen,

Da greift sobald geener zun Bordemannnee.


* Der Leipziger Mundartdichter Edwin Bormann, Pseudonym:Bliemchen, gab das Buch „Leipz'ger Lerchen“ 1893 heraus. Aus dieser Quelle stammt dieses Gedicht, der Originaltitel lautet „ Der große Meß-Sonndag. “ Sonst aber hat sich nichts verändert.

Ursula Brekle 10.09.2017

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