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Friedrich W. Kantzenbach
Wüsst ich Dinge leicht wie Luft

Dieses Gedichtsbändchen ist liebevoll gestaltet und mit Fotos versehen. Es wendet sich an Leser, die bereit sind, aufmerksam hinzuhören und sich einzulassen auf die Auseinandersetzung mit dem menschlichen Schicksal.

Leibzig is scheene raus

Leibzig is scheene raus

Edwin (Pseudonym: Bliemchen) Bormann

Die Markgrafen von Meißen Otto II. (1156–1190) und Albert (1190–1195); Fürstenzug, Dresden. Foto:JanJo.
Die Markgrafen von Meißen Otto II. (1156–1190) und Albert (1190–1195); Fürstenzug, Dresden. Foto:JanJo.

Da, mer stak in vollsten Sinne
Noch in Middelalder drinne,
Gam ämal ber Extrazug
Markgraf Oddo uf Besuch.

»Meine Leibziger Getreien«,
Sprach er, »'s dhut mich sehre freien-
Eich nach langen Trennungkswehn
Wiedrum fis-á-fis ze stehn.

»Doch um daß ihr gennt ermessen,
Wie mei Herz eich nich vergessen,
Spend' ich eich diß Bergament
Jetzo als Geschenkspressent.

»Nämlich: von den heit'gen Zeiden
Bis in alle Ewiggeiden
Soll -- hier nehmt es schriftlich hin -
Dreimal Leibz'ger Messe sinl«

Un gaum war das Wort gesprochen,
Fingk ä Hämmern ahn un Bochen,
Un 's erhob mit Fehemens
Sich der erschde Cärgus Rens.

Standebede* dizionirde,
Weil se Gunstdrangk in sich spierde,
Ooch de Wittwe Magnus schon
Um dramat'sche Gonzession.

Wärschtchenbuden, Garruselle,
Dauchden uf mit Blitzesschnelle;
Uf zwee Meilen war de Luft
Ringks erfillt mit Kräbbelduft.

Bald ooch trieb's de fernsten Zonen
Diesen Deepse beizewohnen;
Juwel ging von Haus ze Haus:
Jetzt is Leibzig scheene raus!

*Stante pede - Stehenden Fußes = sofort, unverzüglich

Quelle

Bormann, Edwin: Leibz'ger Allerlei. München o. J.

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