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Kennst du Gotthold Ephraim Lessing?
vorgestellt von Jürgen Krätzer

Jürgen Krätzer eröffnet uns eine neue Sicht auf den Autor. Lessing entpuppt sich als schulverdrossener Aufrührer, als Student in „schlechter Gesellschaft" und als leidenschaftlicher Glücksspieler, der sich von Job zu Job hangelt. Bewusst stellte er sich gegen die damaligen Erwartungen und prangerte die Scheuklappen der Gesellschaft an. Krätzer zeigt dies anhand unkonventioneller Fabeln und Gedichte, seiner Kritiken und Briefe. Zugleich setzt er sich mit Lessings neuartiger Theatertheorie und den aufklärerischen Werten in seinen Dramen auseinander. Dabei gelingt es ihm aufzuzeigen, wie relevant und modern deren Themen noch heute sind.

Erinnerungen an Franz Konwitschny

Erinnerungen an Franz Konwitschny

Dipl.-Päd. Ursula Brekle

Leipziger Bürger, die oft über Jahrzehnte ein Gewandhaus - Abonnement haben, erinnern sich gern an Anekdoten über Franz Konwitschny. Zwei sind hier nacherzählt.

Er gehörte zu den großen Dirigenten, die sich schnell durchsetzen konnten, auch in etablierten Orchestern. So wusste er, dass es in jedem Orchester sogenannte „Stimmungsmacher“ gibt, die im Auge zu behalten waren. In seinem 1. Konzert mit dem Berliner Sinfonieorchester gelang es dem Dirigenten auf Anhieb sich gegen alle Widerstände zu halten. Der Grund war ein Diskurs mit dem Soloflötisten, der als Stimmungsmacher galt: Konwitschny unterbrach auf einmal und sagte: „Meine Herren, kennen sie eigentlich den Flötisten?“. Er nannte den Namen des bekannten Musikers. Die Orchestermitglieder blickten erstaunt und trauten ihren Ohren nicht. Auch der Soloflötist staunte nicht schlecht und wurde dabei rot. Gelassen setzte sich der Dirigent hin, schlug die Beine übereinander, und ahmte die Bewegungen des Musikers nach. Dazu murmelte er lakonisch: „Also den müssen sie mal Flöten sehen!“
Damit war der Bann gebrochen.


In einer Probe mit einem anderen Orchester bereitete ein Posaunist Franz Konwitschny erhebliche Probleme. Es wurde deshalb lange geübt; endlich klappte es. Der Dirigent atmete auf und sagte nachdrücklich: „Und morgen Abend bei der Aufführung bitte ich Sie, genauso zu blasen!“

„In Ordnung, Herr Professor“, antwortete der Posaunist, „ich werde es dem Kollegen, den ich heute vertreten habe, ausrichten!“

Bildnachweis

Bundesarchiv, Bild 183-41810-0008 / Naumann / CC-BY-SA 3.0

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