Leipzig-Lese

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Christoph Werner
Um ewig einst zu leben

Roman

Um 1815 zwei Männer, beide Maler - der eine in London, der andere in Dresden; der eine weltoffen, der andere düster melancholisch. Es sind J. M. William Turner und Caspar David Friedrich. Der Roman spielt mit der Verbindung beider.

Auch als E-Book erhältlich 

Leipzig

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Joachim Ringelnatz

Clara-Park in Leipzig. Foto: U. u. H. Drechsel
Clara-Park in Leipzig. Foto: U. u. H. Drechsel

Die Berge sind schön, so erhaben! -

Aber hier gibt es keine. -

Wo hier zwei Menschen sind, ist keiner alleine. -

Über manche Leute, die jemand begraben,

Lache ich beinahe mich selber zu Tode. -

Fast alle Sachsen sind sächsisch. Sie zeigen sogar.

Dass die Pariser und die Londoner Mode

Vor zwei Jahren eigentlich auch sächsisch war.

Bei deiner Großmutter bin ich gewesen.

Es tut einem weh:

Sie nagelt - die Siebzigjährige - Stiele an Besen

Und trinkt -- weil das jetzt am billigsten -

Blutreinigungstee.

Sie hat eine alte Kommode, wertvolles, frühes Barock.

Ich klärte sie auf. Und denke dir:

Sie -- unabwehrbar - schenkte sie mir.

Trug sie persönlich mit heimlich ins Hotel

In den dritten Stock.

Was nun mit ihr, was mit der Kommode machen??

Genug für heute. Ich bin so müde gefragt.

Es ist doch billig, über die Sachsen zu lachen.

Der müsste selber ein

(und würde kein) Sachse sein.

Der einmal recht ihre Vorzüge sagt.

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