Leipzig Lese

Gehe zu Navigation | Seiteninhalt
www.leipzig-lese.de
Unser Leseangebot

Sesenheimer Liebeslyrik

Florian Russi

Während seines Studiums in Straßburg lernte Johann Wolfgang von Goethe die Sesenheimer Pfarrerstochter Friederike Brion kennen. Die beiden verliebten sich ineinander und Goethe wurde durch Friederike zu wundervollen Gedichten angeregt.

Einige von ihnen (Heideröslein, Mailied, Willkommen und Abschied u. a.) zählen zu seinen besten und beliebtesten überhaupt. In diesem Heft sind sie vorgestellt und mit Bildern und Erläuterungen angereichert.

Neuer Frühling

Neuer Frühling

Heinrich Heine

Prolog

In dem Walde sprießt und grünt es
Fast jungfräulich lustbeklommen;
Doch die Sonne lacht herunter:
Junger Frühling, sei willkommen!

Nachtigall! auch dich schon hör ich,
Wie du flötest selig trübe,
Schluchzend lang gezogne Töne,
Und dein Lied ist lauter Liebe!

Die schönen Augen der Frühlingsnacht,
Sie schauen so tröstend nieder:
Hat dich die Liebe so kleinlich gemacht,
Die Liebe, sie hebt dich wieder.


Auf grüner Linde sitzt und singt
Die süße Philomele;
Wie mir das Lied zur Seele dringt,
So dehnt sich wieder die Seele.

Ich lieb eine Blume, doch weiß ich nicht welche;
Das macht mir Schmerz.
Ich schau in alle Blumenkelche,
Und such ein Herz.

Es duften die Blumen im Abendscheine,
Die Nachtigall schlägt.
Ich such ein Herz so schön wie das meine,
So schön bewegt.

Die Nachtigall schlägt, und ich verstehe
Den süßen Gesang;
Uns beiden ist so bang und wehe,
So weh und bang.

Bildnachweis

Kopfbild: Nachtigall. Urheber Carlos Delgado

Abb. im Text: Photo: Hons084 / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0

Weitere Beiträge dieser Rubrik

Mailied
von Johann Wolfgang von Goethe
MEHR
Der Tod ist groß
von Rainer Maria Rilke
MEHR
Mutter mit Kind
von Ernst Barlach
MEHR
Sommerabend
von Rainer Maria Rilke
MEHR
Allerlei Gewölk
von Theodor Fontane
MEHR