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Winckelmann im Kreise der Gelehrten

Klaus-Werner Haupt

Das Gemälde "Winckelmann im Kreise der Gelehrten in der Nöthnitzer Bibliothek" von Theobald Reinhold Anton Freiherr von Oer steht im Mittelpunkt dieser Abhandlung über Winckelmann. Es dient dem Autor als Vorlage für eine kurze szenische Darstellung, in der die Geisteshaltungen und die Kontroversen der zwölf Gelehrten sichtbar werden.
Insgesamt besteht das Heft aus drei Teilen. Einem Kurzabiss zum Maler von Ohr, dessen Bild im Mittelpunkt steht, dann der szenischen Abhandlung, die das Bild zum Leben erweckt. Anschließend wird in einem wissenschaftlichen Abriss Winckelmann als Wegbereiter der Weimarer Klassik abgehandelt.

Anekdoten zu Arthur Nikisch und Franz Konwitschny

Anekdoten zu Arthur Nikisch und Franz Konwitschny

Dipl.-Päd. Ursula Brekle

Leipziger Bürger, die oft über Jahrzehnte ein Gewandhaus - Abonnement haben, erzählen sich gern Anekdoten über ihre Kapellmeister. Zwei sind hier nacherzählt.

Arthur Nikisch und der Nachfolger

Nach einem Gewandhauskonzert im November 1921 unterhalten sich der Dirigent Arthur Nikisch und der Pianist Alexander Siloti, beide über 60 Jahre alt.
„Ist es nicht traurig, dass wir in einem Alter noch musizieren müssen, in dem andere sich zur Ruhe setzen?" Siloti antwortet: „Hast Du Nachfolger, Arthur?" Nikisch lächelt fein und sagt: „Nun - wie man mir sagt, soll Furtwängler außergewöhnlich talentvoll sein..." Darauf Siloti: „Dirigiert er besser als Du?" Nikisch lächelt unendlich liebenswürdig und - schweigt. Schließlich ruft Saloti:„Nein! -- Na, also! Da siehst Du! Du musst  weiterdirigieren!!"

Quelle: Pfohl, Ferdinand: Arthur Nikisch. Sein Leben, seine Kunst, sein Wirken. Hamburg 1925, S. 175

Franz Konwitschny und das Zeitregime

Die Leipziger Frühjahrs- und Herbstmessen wurden in den 50er Jahren des 20. Jh. traditionell  in der Filmbühne Capitol eröffnet. Die Festrede hielt der Minister für Außen- und Innerdeutschen Handel, damals Heinrich Rau. Das Gewandhausorchester hatte die Feier mit Musik zu umrahmen. Franz Konwitschny eruierte genau, wie lange  die große Festrede dauern würde. Er überbrückte die Zeit im Thüringer Hof, der nur ein paar Schritte entfernt lag, und nahm seinen Sekt. Pünktlich war er zurück und dirigierte beschwingt die Abschlussmusik. Das klappte mehrere Jahre. 1960 wurde die Eröffnungsfeier in die Neue Oper verlegt und ein anderer Minister hielt die Festansprache. Die dafür angegebene Zeit war lang, Konwitschny ließ sich auf ein Glas Sekt in sein Haus nach Leutzsch fahren. Jedoch das Protokoll hatte sich mit der Zeitangabe verschätzt, der Minister war eher fertig. Die Pause zog sich, das Publikum wartete unruhig. Schließlich eilte Konwitschny außer Atem auf die Bühne und dirigierte wuchtig und temperamentvoll das Finale.

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