Leipzig-Lese

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London kommt!

Pückler und Fontane in England

Klaus-Werner Haupt

Hardcover, 140 Seiten, 2019

Im Herbst 1826 reist Hermann Fürst von Pückler-Muskau erneut auf die Britischen Inseln, denn er ist auf der Suche nach einer vermögenden Braut. Aus der Glücksjagd wird eine Parkjagd, in deren Folge die Landschaftsgärten von Muskau und Branitz entstehen. Auch die Bewunderung für die feine englische Gesellschaft wird den Fürsten zeitlebens begleiten.

Theodor Fontane kommt zunächst als Tourist nach London, 1852 als freischaffender Feuilletonist, 1855 im Auftrag der preußischen Regierung. Seine journalistische Tätigkeit ist weitgehend unbekannt, doch sie bietet ein weites Feld für seine späteren Romane.

Die vorliegende Studie verbindet auf kurzweilige Art Biografisches mit Zeitgeschehen. Die Erlebnisse der beiden Protagonisten sind von überraschender Aktualität.

Der Teufel entführt eine Frau

Der Teufel entführt eine Frau

Dr. Jürgen Friedel

Junge Frau im Kostüm in Leipzig. Deutsche Fotothek
Junge Frau im Kostüm in Leipzig. Deutsche Fotothek

1630 wohnte vor dem Peterstor der Kutscher Michael Rosenkrantz mit seiner Frau Regina. Sie hatten etliche Schulden. Die Frau verfiel darüber in Schwermut. In dieser Lage kam am 10. Oktober ein fremder Mann zu ihr. Er sagte: „Ich sehe dein Anliegen wohl. Komm mit mir. Ich werde dir helfen, einen Schatz zu finden.“

So gingen sie los. Aber als sie an einem Wasser vorüber kamen, packte der fremde Mann die Frau mit roher Gewalt und warf sie hinein.

Mit Mühe nur konnte sie wieder festen Boden erreichen und nach Hause kommen.

Am anderen Morgen begab sie sich zur Kirche. Auf dem Weg dorthin lief unerwartet ein schwarzer Bock neben ihr her. Die Frau versuchte, ihn zu vertreiben. Aber das Tier war stark, nahm sie auf seine Hörner und trug sie davon. 5 Meilen weit schleppte es sie in ein Holz, wo sie 8 Tage verbleiben und ohne Speise und Trank auskommen musste. Der Zufall kam ihr zur Hilfe. Ein Bauer begegnete ihr bei ihrem Irrweg. Der zeigte ihr, wie sie aus dem Wald herauskommen konnte, ohne vom Teufel wieder verführt zu werden, denn kein anderer als er war es, der der Rosenkrantzin als Fremder und als Bock erschienen war.

Zwar sehr verängstigt, sonst aber frisch und gesund, langte sie am 18. Oktober wieder in Leipzig an, wo man in beiden Kirchen Gott für seinen geleisteten Schutz Dankgebete widmete.

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