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Sommerschnee

Berndt Seite

Hardcover, 124 S., 2020 erscheint demnächst; Bereits vorbestellbar

ISBN: 978-3-86397-134-2
Preis: 15,00 €

Sommerschnee – das sind die luftig-bauschigen Samenfasern der Pappelfrüchte, die sich im Sommer öffnen und die Welt mit ihrem weißen Flaum überziehen: Schnee in der wärmsten Jahreszeit. Mal melancholisch, mal mandelbitter, aber stets in größter Genauigkeit geht Berndt Seite auch in seinem neuen Lyrikband den Erscheinungsformen der Natur nach und lotet in ihnen die Bedingungen des Lebens aus.

Lützows wilde verwegene Jagd

Lützows wilde verwegene Jagd

Theodor Körner

 	  "Lützows verwegene Jagd" - Gemälde zum Befreiungskrieg 1813-15 mit Teilnehmern aus Mecklenburg.
"Lützows verwegene Jagd" - Gemälde zum Befreiungskrieg 1813-15 mit Teilnehmern aus Mecklenburg.


Was glänzt dort vom Walde im Sonnenschein?

Hör's näher und näher brausen.

Es zieht sich herunter in düsteren Reihn,

Und gellende Hörner schallen darein,

Erfüllen die Seele mir Grausen.

Und wenn ihr die schwarzen Gesellen fragt:

Das ist,

|: Das ist Lützows wilde, verwegene Jagd. :|


2. Was zieht dort rasch durch den finstern Wald

Und streift von Bergen zu Bergen?

Es legt sich in nächtlichen Hinterhalt,

Das Hurra jauchzt, und die Büchse knallt,

Es fallen die fränkischen Schergen.

Und wenn ihr die schwarzen Jäger fragt:

Das ist,

|: Das ist Lützows wilde, verwegene Jagd. :|


3. Wo die Reben dort glühen dort braust der Rhein,

Der Wütrich geborgen sich meinte;

Da naht es schnell mit Gewitterschein

Und wirft sich mit rüstigen Armen hinein

Und springt an das Ufer der Feinde.

Und wenn ihr die schwarzen Schwimmer fragt:

Das ist,

|: Das ist Lützows wilde, verwegene Jagd! :|


4. Was braust dort im Tale die laute Schlacht,

Was schlagen die Schwerter zusammen?

Wildherzige Reiter schlagen die Schlacht,

Und der Funke der Freiheit ist glühend erwacht

Und lodert in blutigen Flammen.

Und wenn ihr die schwarzen Reiter fragt:

Das ist,

|: Das ist Lützows wilde, verwegene Jagd! :|

Theodor Körner liest den Lützower Jägern seine Kriegslieder vor.
Theodor Körner liest den Lützower Jägern seine Kriegslieder vor.


5. Was scheidet dort röchelnd vom Sonnenlicht,

Unter winselnden Feinde Gebettet?

Es zucket der Tod auf dem Angesicht,

Doch die wackern Herzen erzittern nicht,

Das Vaterland ist ja gerettet!

Und wenn ihr die schwarzen Gefallnen fragt:

Das war,

|: Das war Lützows wilde, verwegene Jagd. :|


6.. Die wilde Jagd und die deutsche Jagd

Auf Henkersblut und Tyrannen!

Drum, die ihr uns liebt, nicht geweint und geklagt!

Das Land ist ja frei, und der Morgen tagt,

Wenn wir's auch nur sterbend gewannen.

Und von Enkeln zu Enkeln sei's nachgesagt:

Das war,

|: Das war Lützows wilde, verwegene Jagd. :|

Vertonung

Chor für 4 Männerstimmen von Carl Maria von Weber in: LEYER UND SCHWERDT Op. 42 n°2 [Heft 2], hrsg. A. M. Schlesinger, Berlin 1816

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