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Quatsch Didel Datsch

Kinderreime

von Norbert Neugebauer (Autor), Werner Kiepfer (Autor), Petra Lefin (Illustrator)

Kinder wollen unterhalten sein. Sie lieben Geschichten und Spaß, Rhythmus und Reim.
Das Spiel mit den Worten, die einen ähnlichen Klang aufweisen, fasziniert sie. Der Gleichklang und Rhythmus von Versen lassen sie die (Mutter-)Sprache spielerisch erfassen. Dadurch lassen sie sich schnell auswendig lernen, immer wieder nachsprechen und fördern so das Sprachvermögen. - Mit den liebevollen Zeichnungen von Petra Lefin bietet das Heft Unterhaltung für die ganze Familie.

´s Hohelied von Buchhändler

´s Hohelied von Buchhändler

Wer is der Mann, so frag ich eich (ihr gennt ihn gans gewiß),

der stets fiersch Helle geht ins Zeig, der haßt, was finster is ?

Der des Gedankens Sämerei´n gedruckt auf Lager fiehrt ?

Un heeflich  sie in Galb und Schwein der Menschheet offeriert ?

 

Wer wärd in diesen Zeitvertreib marode nich noch matt?

wer äschpert sich, daß Mann un Weib  stets was ze lesen hat?

wer dut's mit seiner Handelsschaft den andern all'n zevor?

wen zieht's mit dausend Ferdekraft zun Ideal embor?

 

Wer sorgt, daß der Boet nich nur Ambrosia blos verdaut,

nich Nekdar schlirft in eener Dour un Lorbeerblädder gaut -

nee, daß vielmehr er dann un wann sei Schälchen Heeßen trinkt,

ä Beffsteck sich bestellen gann un beinah Austern schlingt?

 

Wer breidet seine Wohldat aus selbst bis urs liewe Vieh?

wer mieht sich, daß de Biecherlaus hibsch satt wärd spät un frieh?

Eee Dier blos gibt's, uf das er heift des Hasses Schwerenot -

das Dier, was rickwärts leift, un wemmer'sch gocht, wärd's rot.

 

Wer is es, ruf ich schließlich aus, der sich das heit'ge Fest,

der den Gandade-Sonntagsschmaus ze Schmer gedeihn sich läßt?

Uf ihn sei jetzt in Freidenstorm dies Glas hinabgespielt -

hoch lewe wie der Dhomasdhorm, wer sich getroffen fiehlt!

 

Text: Edwin Bormann, 1888                      Melodie: Carl Meyer "Spree-Walzer"

 

 

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