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Winckelmann im Kreise der Gelehrten

Klaus-Werner Haupt

Das Gemälde "Winckelmann im Kreise der Gelehrten in der Nöthnitzer Bibliothek" von Theobald Reinhold Anton Freiherr von Oer steht im Mittelpunkt dieser Abhandlung über Winckelmann. Es dient dem Autor als Vorlage für eine kurze szenische Darstellung, in der die Geisteshaltungen und die Kontroversen der zwölf Gelehrten sichtbar werden.
Insgesamt besteht das Heft aus drei Teilen. Einem Kurzabiss zum Maler von Ohr, dessen Bild im Mittelpunkt steht, dann der szenischen Abhandlung, die das Bild zum Leben erweckt. Anschließend wird in einem wissenschaftlichen Abriss Winckelmann als Wegbereiter der Weimarer Klassik abgehandelt.

Der Teufel stiftet Sohnesmord an

Der Teufel stiftet Sohnesmord an

Dr. Jürgen Friedel

Es geschah 1618. Ein Soldat, der 23 Jahre nicht mehr zu Hause war, kehrte nach Leipzig zurück. Da seine Eltern hier eine Gastwirtschaft betrieben, kehrte er zunächst als ein Gast dort ein, ins „Gasthaus zum goldenen Siebe“ in der Hallischen Gasse. Die Eltern erkannten ihn nicht. Danach besuchte er seine Schwester, die auch in der Stadt aber woanders wohnte. Ihr gab er sich zu erkennen und lud sie ein, m nächsten Morgen zu den Eltern ins Gasthaus zu kommen, wo sie alle Wiedersehen feiern wollten.


Bevor er im Gasthaus zur Ruhe ging, übergab er dem Wirt, also seinem Vater, seine Sachen und 300 Taler in Verwahrung. Am anderen Tage wollte er sich es mit ihm lustig machen.

Während der Sohn in froher Erwartung des nächsten Morgens einschlief, trieb der Teufel sein satanisches Spiel: „Das schöne Geld! Ist‘s doch ein Leichtes, es zu behalten. Lasst den Soldaten nicht wieder aufwachen. Keiner weiß etwas.“

Die Eltern ließen sich verblenden, schlichen in die Kammer und ermordeten den Schläfer.

Als am Morgen die Tochter kam und nach dem Soldaten fragte und schließlich sah, was geschehen war, entdeckte sie den Eltern, wen sie da umgebracht hatten.


Die Verzweiflung war unbeschreiblich: Der Vater erhängte sich, die Mutter machte ihrem Leben mit dem Dolch ein Ende und die Tochter, weil sie sich mitschuldig fühlte, ertränkte sich in einem Brunnen.

So hatte der Gevatter der Hölle vier Seelen auf einmal seinem Konto gutschreiben können.

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