Leipzig Lese

Gehe zu Navigation | Seiteninhalt
www.leipzig-lese.de
Unser Leseangebot

Mitgelaufen

Christoph Werner

Das Buch „Mitgelaufen“ ist nicht wie andere Bücher über das Leben in der DDR. Hier liegt nicht der Fokus auf Mangelwirtschaft, einer allmächtigen Partei und der Staatssicherheit. Der Autor ist auch kein Opfer des Regimes, dem schreckliches widerfahren ist. Er gehört zu der großen Masse derjenigen, die sich als Rädchen im Mechanismus der DDR-Diktatur gedreht haben. Christoph Werner bricht mit seinem Buch das Schweigen der Mitläufer. Er stellt sich seiner eigenen Vergangenheit und dem Wissen, dass er selbst durch seine Zurückhaltung oder auch lautstarke Zustimmung das alte System lange am Leben erhalten hat. Jahrzehnte nach dem Mauerfall eröffnet er damit vor allem der heranwachsenden Generation, welche die DDR nur noch vom Hörensagen kennt, einen ganz neuen Blickwinkel auf ihre Geschichte.

Ohne Anklage und ohne den Versuch der Rechtfertigung wagt er eine kritische Betrachtung aus dem eigenen Erleben und gewährt Einblicke in eine vergangene Zeit.
Möge der Leser nicht mit dem Zeigefinger auf ihn zeigen, sondern sich fragen, wie oft er heute selbst dem Mainstream folgt oder mutig zu sich selbst und seiner Meinung steht.

Der Marienbrunnen

Der Marienbrunnen

Dr. Jürgen Friedel

Die Gartenvorstadt Marienbrunn im Südosten unweit des Völkerschlachtdenkmals verdankt ihre Entstehung der internationalen Baufachausstellung von 1913. Ihren Namen erhielt die freundliche Siedlung von einer Quelle. Die war einst rechter Hand stadtauswärts an der Straße an der Tabaksmühle kurz vor dem Friedhofsweg. Um diesen Born, um die Quelle, webt sich eine der schönsten Sagen unserer Stadt .


Hl. Maria auf einem Fresko in der Kirche des Sv. Atanas
Hl. Maria auf einem Fresko in der Kirche des Sv. Atanas


1441 zeigte der Kalender, als eine junge Pilgerin in der Nacht ans Georgen--Hospital klopfte und um Aufnahme bat. Sie käme aus dem gelobten Land und heiße Maria. Als am anderen Morgen die Glocke von Sankt Johannis zur Andacht rief, betete Maria mit den Kranken am Laurentius-Altar.

Das geschah nun täglich. Ihre stumme Andächtigkeit wirkte auf die Hoffnung der Menschen sehr ermutigend Es kam der Tag Johannes des Täufers, der 24. Juni, Maria wandte sich den Kranken und Siechenden zu und sprach: »Im Namen Gottes sage ich euch, wer mir heute folgt, der wird gesunden.«

Sie reichte den Kelch den Kranken, die alle daraus tranken. Gesundheit und neue Lebenskraft spürten die Menschen durch ihre Adern rinnen. Maria nahm den Kelch zurück und überreichte ihn den Aussätzigen von Sankt Johannis. Sie sollten ihn bewahren für ewige Zeiten, wie sich das der sächsische Priester gewünscht habe.

Rehe
Rehe

Während die Menschen noch verweilten, drängte sich ein weißes Reh durch ihre Reihen. Es blieb vor Maria stehen und kniete nieder. Es war das zahme Tier, das schon lange im Garten des Propstes vom Augustiner-Chorherrenstift lebte. Alle Menschen sahen es gern, wenn es zutraulich durch die Straßen der Stadt lief.

Maria setzte sich auf den Rücken des Tieres. Es erhob sich und lief mit Maria in Richtung des Connewitzer Waldes davon. Maria hat man nie wieder gesehen. Das weiße Reh war nach drei Tagen wieder da und trug um seinen Rücken einen Efeukranz.

Der Marienborn wurde zum Gesundbrunnen. Man holte das Wasser, wusch sich damit, weil es schön machen sollte, man trank es, weil man sich davon Gesundheit erhoffte. Andere wieder kochten sich gern ihren Kaffee mit diesem Wunderwasser.

Heute nehmen Feinschmecker Mineralwasser dafür.

Weitere Beiträge dieser Rubrik

Doktor Faust
von Ludwig Bechstein
MEHR
Markgraf Diezmanns Tod
von Dr. Jürgen Friedel
MEHR
Anzeige:
Unsere Website benutzt Cookies. Durch die weitere Nutzung unserer Inhalte stimmen Sie der Verwendung zu. Akzeptieren Weitere Informationen