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Mitgelaufen

Christoph Werner

Das Buch „Mitgelaufen“ ist nicht wie andere Bücher über das Leben in der DDR. Hier liegt nicht der Fokus auf Mangelwirtschaft, einer allmächtigen Partei und der Staatssicherheit. Der Autor ist auch kein Opfer des Regimes, dem schreckliches widerfahren ist. Er gehört zu der großen Masse derjenigen, die sich als Rädchen im Mechanismus der DDR-Diktatur gedreht haben. Christoph Werner bricht mit seinem Buch das Schweigen der Mitläufer. Er stellt sich seiner eigenen Vergangenheit und dem Wissen, dass er selbst durch seine Zurückhaltung oder auch lautstarke Zustimmung das alte System lange am Leben erhalten hat. Jahrzehnte nach dem Mauerfall eröffnet er damit vor allem der heranwachsenden Generation, welche die DDR nur noch vom Hörensagen kennt, einen ganz neuen Blickwinkel auf ihre Geschichte.

Ohne Anklage und ohne den Versuch der Rechtfertigung wagt er eine kritische Betrachtung aus dem eigenen Erleben und gewährt Einblicke in eine vergangene Zeit.
Möge der Leser nicht mit dem Zeigefinger auf ihn zeigen, sondern sich fragen, wie oft er heute selbst dem Mainstream folgt oder mutig zu sich selbst und seiner Meinung steht.

Komm, lieber Mai, und mache

Komm, lieber Mai, und mache

Ursula Drechsel

Der April dieses Jahres zeigte sich nicht von seiner freundlichsten Seite. Der lange Winter machte uns Menschen und den Tieren schwer zu schaffen.  Sicherlich waren alle Menschen mit den vergangenen drei Wochen zufrieden. Auf den Wiesen in den Parks sonnen sie sich fleißig und spielen. Die Grillsaison ist eröffnet.

Nun kommt der Mai mit großen Schritten. Das ist ein Anlass, das bekannte und beliebte Frühlingslied „Komm, lieber Mai, und mache" zu zitieren.
Den Text schrieb Christian Adolph Overbeck, geboren. am 21.08.1755 1756 in Lübeck und dort gestorben am 09.03.1821. Overbeck, Senator und Bürgermeister in Lübeck, schrieb Gedichte und komponierte auch. 1781 erschien ein Liederbuch von Overbeck, darin war „Komm, lieber Mai, und mache" erstmalig veröffentlicht.
Wolfgang Amadeus Mozart, geboren am 27.01.1756 in Salzburg, gestorben am 05.12.1791 in Wien, vertonte das Gedicht Overbecks. Mozart, ein Komponist in der Zeit der Wiener Klassik, war ein außerordentlich. vielseitiger Komponist, der in allen Kompositionsgattungen Meisterwerke schuf, so auch im Liedschaffen.

Komm, lieber Mai, und mache
die Bäume wieder grün
und lass mir an dem Bache
die kleinen Veilchen blühn!
Wie möchte ich doch so gerne
ein Veilchen wieder sehn,
ach, lieber Mai, wie gerne
einmal spazieren gehen.

 

Zwar Wintertage haben
wohl auch der Freuden viel:
man kann im Schnee eins traben
und treibt manch Abendspiel,
baut Häuserchen von Karten,
spielt Blindekuh und Pfand,
auch gibt´s wohl Schlittenfahrten
aufs liebe freie Land.

Doch wenn die Vögel singen
und wir dann froh und flink
auf grünem Rasen springen,
das ist ein ander Ding!
Jetzt muß mein Steckenpferdchen
dort in dem Winkel stehen,
denn draußen in dem Gärtchen
kann man vor Schmutz nicht gehen.

Am meisten aber dauert
mich Lottchens Herzeleid,
das arme Mädchen lauert
recht auf die Blumenzeit.
Umsonst hol ich ihr Spielchen
zum Zeitvertreib herbei,
sie sitzt in ihrem Stübchen
wie´s Hühnchen aus dem Ei.

Ach, wenn´s doch erst gelinder
und grüner draußen wär!
Komm, lieber Mai, wir Kinder,
wir bitten gar zu sehr!
O komm und bring vor allem
Uns viele Veilchen mit,
bring auch viele Nachtigallen
und schöne Kuckucks mit.

 

In Ermangelung eines Fotos mit wilden Veilchen sind die Hornveilchen als Ersatz gedacht.

Ich hoffe, Ihnen sagt der kleine Beitrag für den Mai zu. Mir fiel spontan dieses Lied ein, das hoffentlich noch viele singen können.

Bilder: Archiv U. u. H. Drechsel

Quelle:

Volkslieder/Nr. 13. Komm, lieber Mai (Köch. 596)
Mozart, Wolfgang Amadeus, (1952), Chor-Partitur

 

 

 

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