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André Barz
Kennst du E.T.A. Hoffmann?

"Erlaubst du, geneigter Leser, ein Wort? Hättest du nicht Lust auf einen Tee oder eine heiße Schokolade? Vielleicht magst du aber auch lieber einen Punsch, so wie ich?"

Dieses Buch, versehen mit allerlei Bildern und Zeichnungen, macht es leicht E.T.A. Hoffmann kennenzulernen. Das Beste daran ist, der "erste Fantasy-Dichter" erzählt ganz persönlich sein Leben, davon, wie er eigentlich Musiker werden wollte und dann doch Schriftsteller geworden ist, obwohl ihn das nie interessiert hat, und von seinen Erfahrungen mit der Liebe. Nebenbei gibt er einige seiner Märchen und Erzählungen zum besten.

Mein Liebchen war aus Leipzig

Mein Liebchen war aus Leipzig

Mein Liebchen war aus Leipzig, drum war sie auch so schlau,

wie rasend verliebt sei, das wußte sie genau.

Stets lachte mir ihr Angesicht, doch was ich wollte, tat sie nicht.

Mein Liebchen war aus Leipzig, Herr Jesses, ei, nueben.

 

Die deutschen Schelmenäugelein, die waren veilchenblau,

wie Morgenstern' so leuchtend, so frisch wie Himmelstau;

ihr Gliederbau, wie wonnigleich, dem Leib der Schaumgebornen gleich ...

 

Ich sprach zu ihr mal abends: Cäcilchen, hör und schau:

wir halten balde Hochzeit, auf meine Schwüre trau!

drum lösch das dumme Licht, du wirst schon sehn, was dann geschieht ...

 

Sie sprach: Ja so, ich glaube, du bist im Kopfe grau!

ei, warte noch ein Weilchen, bis ich bin deine Frau!

Und weiter noch: für heut ist deine Türe dort - laß mich allein ...

 

Text: Gustav Butziger, 1841                       Melodie: W. Bethge, 1875
aus "Allgemeines Reichs-Commersbuch für deutsche Studenten", Hg. F. Dahn und C. Reinecke, Leipzig, 1904

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