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London kommt!

Pückler und Fontane in England

Klaus-Werner Haupt

Hardcover, 140 Seiten, 2019

Im Herbst 1826 reist Hermann Fürst von Pückler-Muskau erneut auf die Britischen Inseln, denn er ist auf der Suche nach einer vermögenden Braut. Aus der Glücksjagd wird eine Parkjagd, in deren Folge die Landschaftsgärten von Muskau und Branitz entstehen. Auch die Bewunderung für die feine englische Gesellschaft wird den Fürsten zeitlebens begleiten.

Theodor Fontane kommt zunächst als Tourist nach London, 1852 als freischaffender Feuilletonist, 1855 im Auftrag der preußischen Regierung. Seine journalistische Tätigkeit ist weitgehend unbekannt, doch sie bietet ein weites Feld für seine späteren Romane.

Die vorliegende Studie verbindet auf kurzweilige Art Biografisches mit Zeitgeschehen. Die Erlebnisse der beiden Protagonisten sind von überraschender Aktualität.

PETER GOSSE und zwei Gedichte

PETER GOSSE und zwei Gedichte

Prof. Dr. habil. Horst Nalewski

Selbst ausgewählt aus Anlass eines Geburtstages. Und Sie wären nun gefordert, es zu einer Begegnung mit dem Dichter kommen zu lassen, indem Sie, Wort für Wort, diesen seinen Worten folgten, sie als mögliche entdeckten, sie zur Anschauung brächten. Zugegeben: nicht ganz leicht.

Peter Gosse schrieb vor allem Gedichte. 2009 sammelte er 111 Gedichte aus den Jahren 1963 bis 2008 in einen Band, das „Wohltemperierte Brevier" benannt. Es folgten die Gedichte bis 2013 im Buch „Petri?ziert".

Sich zu diesen Gedichten zu bekennen - ich hätte diese Wahl zu treffen nicht vermocht - das durfte und konnte nur er. Und da scheint mir, sie sind entnommen zwei seiner vielleicht existentiellsten dichterischen Anliegen: der dem Menschen anvertrauten Welt und der immer wieder gesuchten lustvollen Zweisamkeit. Allein jene beiden Strophen, „Die Luppe", mögen hier, in Leipzig, uns ein erlebtes Menetekel gewesen sein: nun für die fortlaufende Zerstörung der Natur, weltweit, werden sie zu einem Horizont ... zum Sulfur, gelb, schweflich, zur Hölle.

„Petersberg": ein maßlos erlebtes Sinnenglück, gesagt, nun im Wort dem Leser geschenkt. Keine Idylle. Diese Zeit, diese Welt stehen aller Sicherheit entgegen: Auch hier ... Wir im Vulkane.

Petersberg (Auszug)

Der Kuss. Gemälde von Gustav Klimt.
Der Kuss. Gemälde von Gustav Klimt.

Dort lagern wir, in oder außer uns,

Zeit abgeschaltet undenklich. Benommen

Des Wünschens wir. Gelöst, erlöst in Blendungs-

Zusammenhang. Unendend nunmehr Leben

Oder zu Ende - gleichviel. Ohnmacht Allmacht.

 

Doch dann: Vom Schaum der Apfelblütenblättchen

Wir wie umschuppt, wie zuarmiert, bepanzert:

Als seien wir noch hier Schutzes bedürftig.

Ihr Haar und Härchen, ganzer Abgrundschwärze,

Umtan zu Asche, Flach reklamerosa

Der Brüstchen Doppelzimt. Verwachsen nixisch

Fuß-Filigran. Und mehr nicht denn Vermutung

Auf ihrer Nabelsasse meine Linke.

 

Dann gar noch dies: Ein kleiner Aufwind griff sich

Von den durchblühten Ästekugeln Weißes

Und hob es vor dem Felsen-Anthrazite

In Stiebungen - wir sahen: Rauch. Auch hier.

Auch diese Kuhle Krater. Nicht zu trauen

War diesem Frieden auch. Wir im Vulkane.

 

Auch ließ die Wunschlosigkeit nach, und jähe.

Die Luppe (Auszug)

Kleine Luppe
Kleine Luppe

Der Horizont von überausem Gelbe.

In ihn in schön begradigter Ausbiegung

Hin?oß, zum Suifur, Luppe. Freilich wo sie

Still ging, dort spiegelte, von Schwarz durchsättigt,

Den Wald sie; doch auf ihren Strömensschnellen

Aufstrahlte sie in schierer Schwefel-Lohe.

 

So lag sie in der Ebene der Erde

Als Feuersalamander - seine Schuppung

Hier rege überglänzt, dort unterschimmert -

In muskulös doch ?ächiger Durchwölbtheit:

Ein fest im Festen lagernder Bestand,

Der glomm, der gleißte, glitzerte, der schien.

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