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Familie Stauffenberg: Hitlers Rache

Ursula Brekle

Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg war als Ehefrau von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der Schlüsselfigur im Widerstand gegen Hitler, von Anfang an in die Widerstandspläne ihres Mannes einbezogen. Sie bewies Mut und Stärke, obwohl sie nach der Ermordung ihres Mannes im Gefängnis und im KZ leben musste. Auch durch den Verlust von Angehö-rigen durchlebte sie eine leidvolle Zeit. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 drohte Himmler:
„Die Familie Stauffenberg wird ausgelöscht bis ins letzte Glied.“
Vor Ihnen liegt die spannungsreiche Geschichte, die beweist, dass es Himmler nicht gelungen ist, die Drohung wahrzumachen. Die jüngste Tochter von fünf Geschwistern Konstanze wurde noch während der mütterlichen Haft geboren. Sie berichtete vom 90. Geburtstag ihrer Mutter Nina, auf dem über 40 Nachkommen zusammengekommen waren. Die Nationalsozialisten haben trotz Hinrichtungen und perfider Sippenhaft nicht gewonnen.

PETER GOSSE und zwei Gedichte

PETER GOSSE und zwei Gedichte

Prof. Dr. habil. Horst Nalewski

Selbst ausgewählt aus Anlass eines Geburtstages. Und Sie wären nun gefordert, es zu einer Begegnung mit dem Dichter kommen zu lassen, indem Sie, Wort für Wort, diesen seinen Worten folgten, sie als mögliche entdeckten, sie zur Anschauung brächten. Zugegeben: nicht ganz leicht.

Peter Gosse schrieb vor allem Gedichte. 2009 sammelte er 111 Gedichte aus den Jahren 1963 bis 2008 in einen Band, das „Wohltemperierte Brevier" benannt. Es folgten die Gedichte bis 2013 im Buch „Petri?ziert".

Sich zu diesen Gedichten zu bekennen - ich hätte diese Wahl zu treffen nicht vermocht - das durfte und konnte nur er. Und da scheint mir, sie sind entnommen zwei seiner vielleicht existentiellsten dichterischen Anliegen: der dem Menschen anvertrauten Welt und der immer wieder gesuchten lustvollen Zweisamkeit. Allein jene beiden Strophen, „Die Luppe", mögen hier, in Leipzig, uns ein erlebtes Menetekel gewesen sein: nun für die fortlaufende Zerstörung der Natur, weltweit, werden sie zu einem Horizont ... zum Sulfur, gelb, schweflich, zur Hölle.

„Petersberg": ein maßlos erlebtes Sinnenglück, gesagt, nun im Wort dem Leser geschenkt. Keine Idylle. Diese Zeit, diese Welt stehen aller Sicherheit entgegen: Auch hier ... Wir im Vulkane.

Petersberg (Auszug)

Der Kuss. Gemälde von Gustav Klimt.
Der Kuss. Gemälde von Gustav Klimt.

Dort lagern wir, in oder außer uns,

Zeit abgeschaltet undenklich. Benommen

Des Wünschens wir. Gelöst, erlöst in Blendungs-

Zusammenhang. Unendend nunmehr Leben

Oder zu Ende - gleichviel. Ohnmacht Allmacht.

 

Doch dann: Vom Schaum der Apfelblütenblättchen

Wir wie umschuppt, wie zuarmiert, bepanzert:

Als seien wir noch hier Schutzes bedürftig.

Ihr Haar und Härchen, ganzer Abgrundschwärze,

Umtan zu Asche, Flach reklamerosa

Der Brüstchen Doppelzimt. Verwachsen nixisch

Fuß-Filigran. Und mehr nicht denn Vermutung

Auf ihrer Nabelsasse meine Linke.

 

Dann gar noch dies: Ein kleiner Aufwind griff sich

Von den durchblühten Ästekugeln Weißes

Und hob es vor dem Felsen-Anthrazite

In Stiebungen - wir sahen: Rauch. Auch hier.

Auch diese Kuhle Krater. Nicht zu trauen

War diesem Frieden auch. Wir im Vulkane.

 

Auch ließ die Wunschlosigkeit nach, und jähe.

Die Luppe (Auszug)

Kleine Luppe
Kleine Luppe

Der Horizont von überausem Gelbe.

In ihn in schön begradigter Ausbiegung

Hin?oß, zum Suifur, Luppe. Freilich wo sie

Still ging, dort spiegelte, von Schwarz durchsättigt,

Den Wald sie; doch auf ihren Strömensschnellen

Aufstrahlte sie in schierer Schwefel-Lohe.

 

So lag sie in der Ebene der Erde

Als Feuersalamander - seine Schuppung

Hier rege überglänzt, dort unterschimmert -

In muskulös doch ?ächiger Durchwölbtheit:

Ein fest im Festen lagernder Bestand,

Der glomm, der gleißte, glitzerte, der schien.

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