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Die verlassene Schule bei Tschernobyl - Lost Place

Nic

Am 26. April 1986 kam es im Atomkraftwerk Tschernobyl zu einer der schlimmsten Nuklearkatastrophen. Die freigesetzte Radioaktivität entsprach dem zehnfachen der Atom-Bombe von Hiroshima 1945. Erst drei Tage später wurde die 3 km entfernte Stadt Prypjat evakuiert und alle Bürger mussten ab 14 Uhr "vorübergehend" ihren Wohnort verlassen. Seither ist die Mittelschule der Stadt verwaist.

30 Jahre Leerstand hinterlassen Ihre Spuren. Doch genau die machen den Ort sehenswert. Der Großteil der Mittelschule ist in einem unberührten Verfallszustand. Die Wände verlieren ihre Farbe, die alten Schulbücher erinnern an den einstigen Schulalltag. Das Heft zeigt Klassenräumen, Flure, die Turnhalle und die große Schulaula.

Das Heft bietet in der Mitte ein doppelseitiges Poster.

ISBN: 978-3-86397-121-2

Preis: 3,00 €

Höfe am Brühl

Höfe am Brühl

Dipl.-Päd. Ursula Brekle

Warum erhielt der neue Gebäudekomplex eines großen Einkaufszentrum den Namen „Höfe am Brühl“? Die Frage ist mit Blick auf die Historie der Handelshäuser am Brühl, eine der ältesten Straßen Leipzigs, zu beantworten.

Ein Bild des Geburtshauses von Richard Wagner in Leipzig als Punktraster an einer gläsernen Teilfläche der Höfe am Brühl - Neubau. (1)
Ein Bild des Geburtshauses von Richard Wagner in Leipzig als Punktraster an einer gläsernen Teilfläche der Höfe am Brühl - Neubau. (1)

In der wirtschaftlichen Blütezeit im Jahr 1907 erwarb der Leipziger Architekt und spätere Bauherr Emil Franz Hänsel das Gebäude samt Grundstück am Brühl Nr. 1. Hänsel ließ zunächst alles abreißen, um dann auf dem Gelände innerhalb eines Jahres ein siebengeschossiges Kaufhaus zu errichten, das am 3. Oktober 1908 als Kaufhaus Brühl G.m.b.H. eröffnet wurde. Vergleiche dazu Zur Geschichte der Blechbüchse in Leipzig: https://www.leipzig-lese.de/index.php?article_id .

1914 wurde das Kaufhaus erweitert, indem das Haus Brühl 3 dazu kam. Auf diesem Grund befand sich bis 1886 (Abbruch) der Vorgängerbau, ein sehr alter Gasthof, Roter und weißer Löwe. In diesem Gebäude wurde am 22. Mai 1813 der wohl berühmteste Sohn der Stadt Leipzig, der Komponist Richard Wagner, geboren. Deshalb erhielt das Haus den Zunamen „Wagnerhaus“.

Das Gasthaus Zu den Drei Schwanen am Brühl in Leipzig, in dem Gottlieb Benedikt Zehmisch den Saal für die Großen Concerte ausbauen ließ.  (2)
Das Gasthaus Zu den Drei Schwanen am Brühl in Leipzig, in dem Gottlieb Benedikt Zehmisch den Saal für die Großen Concerte ausbauen ließ. (2)


Neben diesem bedeutsamen Bau gab es weitere Gebäude und Höfe, die durch Gassen miteinander verbunden waren:

Der Gasthof Zu den drey (weißen) Schwanen, in dem von 1743 bis 1778 das Große Konzert stattfand (Haus Brühl 7).

Goethedenkmal Leipzig - Naschmarkt. (3)
Goethedenkmal Leipzig - Naschmarkt. (3)

Familie Schönkopf besaß von 1716 bis 1754 das Haus Brühl 19 und betrieb nach 1754 eine Gastwirtschaft. Käthchen Schönkopf, die Wirtstochter vom Brühl, die am Leipziger Goethe-Denkmal auf dem Naschmarkt verewigt ist, war Goethes erste große Liebe. Johann Wolfgang von Goethe hatte sich im Wintersemester 1765/66 an der Universität Leipzig eingeschrieben. Als sich Käthchen einem anderen Manne zuwandte, raste Goethe vor Eifersucht und die Beziehung war beendet. Er litt an Liebeskummer und wurde krank. In seinem 1774 geschriebenen Bestseller „Die Leiden des jungen Werthers" klingen diese Liebesqualen und Liebesschmerzen nach. Vergleiche dazu den Artikel Johann Wolfgang von Goethe: https://www.leipzig-lese.de/index.php?article_id .


Ausspannhof und Herberge "Plauenscher Hof", Ecke Brühl/Hallesches Gäßchen, 1873. (4)
Ausspannhof und Herberge "Plauenscher Hof", Ecke Brühl/Hallesches Gäßchen, 1873. (4)


Schließlich gehört ein alter Gasthof Brühl 23 dazu, in dem insbesondere zu Messezeiten Kaufleute aus Plauen wohnten. Deshalb erhielt er den Zunamen Plauenscher Hof.

Letztlich befand sich das Haus Brühl 27, das mit der Richard-Wagner-Straße 13 verbunden war, ehemals im Besitz von Franz Lattermann und dessen Erben, deshalb Lattermanns Hof genannt.

All diese Höfe, Gassen und Straßen sind in die Konzeption für den Gebäudekomplex Höfe am Brühl eingeflossen.

Höfe am Brühl. Innenansicht. (4)
Höfe am Brühl. Innenansicht. (4)

Auf dem Grund des Wagnerhauses war 1966/67 das legendäre Kaufhaus, die Blechbüchse, entstanden, das 2010 leer stand und dringend rekonstruiert werden musste. Ebenfalls aus dem Jahr 1966 stammten die zehngeschossigen Wohnblöcke mit eingeschossigen Verbindungsbauten am Hallischen Tor, die architektonisch gar nicht in das Bild des Innenstadt Leipzigs passten. Ab Herbst 2007 wurden sie abgerissen, um dem völlig neu konzipierte Aufbau eines Einkaufszentrums Höfe am Brühl zu weichen. Die Grundsteinlegung fand am 9. Dezember 2010 statt.

Höfe am Brühl. (5)
Höfe am Brühl. (5)

Der Neubau entstand von 2010 bis 2012, Bauherr war der mfi management für immobilien AG. Der Bau des großen Gebäudekomplexes Höfe am Brühl wurde am 25. September 2012 eröffnet.

Bildnachweis

Kopfbild, Bilder 1, 4 und 5: Ursula Drechsel

Bilder 2 und 4: Wikiedia - gemeinfrei

Bild 3: Wolfgang Brekle

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