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Felix Mendelssohn Bartholdy

Felix Mendelssohn Bartholdy

Dipl.-Päd. Ursula Brekle

Mendelssohn-Büste im Garten des Wohnhauses, Foto: W.Brekle
Mendelssohn-Büste im Garten des Wohnhauses, Foto: W.Brekle

Am 03.02.2009 jährte sich zum 200. Mal der Geburttag von Felix Mendelssohn Bartholdy. Aus diesem Anlass fand ein Gala-Konzert mit großer Musik im Gewandhaus zu Leipzig statt. Der Höhepunkt war die Aufführung von Mendelssohns Erstem Klavierkonzert, der Pianist am Flügel war Lang Lang: „ Mit einer hauchzart gravierten Kadenz findet er hinein, und die Wonnen, die sein Anschlag in den Linien der Rechten findet, der Detailreichtum, die Vielschichtigkeit, die die Linke aus den Begleitungen destilliert, die schlichte Schönheit des Passagenwerks, mit dem das Klavier das Orchester umrankt, stehen für die höchste Kunst, vollendeten Geschmack, tiefe Durchdringung." Dies schrieb der kluge Rezensent Peter Korfmacher.

Und die Gewandhausbesucher spürten, der Meister war in seiner Unsterblichkeit im Raum.

Mendelssohn, der in Berlin aufgewachsen war, wechselte 1835 nach Leipzig, um die Stelle als Musikdirektor des Gewandhauses anzutreten. Am 04.10.1835 dirigierte er zum ersten Mal ein Gewandhauskonzert.

Als sich der viel Begabte 1836 für Cecile Jeanrenaud entschied und sie heiratete, war es anfangs die gemeinsame Leidenschaft für das Zeichnen in freier Natur, das die beiden verband.

Von großer Bedeutung war Mendelssohns Einfluss auf die Entwicklung der Leipziger Gewandhauskonzerte. Dem Gewandhausorchester verschaffte er europäische Geltung. Zu den häufigen Gästen gehörten Clara Wieck und Robert Schumann, einige seiner Werke wurden uraufgeführt. Der Musikdirektor dirigierte Werke von Johann Sebastian Bach im Gewandhaus, machte damit seine Musik lebendig. Ein Meilenstein war die legendäre Wiederaufführung der Matthäuspassion von Bach 1841 in der Thomaskirche. Mendelssohn sorgte für die Herausgabe der Bachschen Orgelwerke und stiftete 1843 das erste Bachdenkmal. Im gleichen Jahr gründete er das erste Konservatorium Deutschlands in Leipzig, das heute seinen Namen trägt. In der Leipziger Zeit komponierte er Sinfonien, unter anderem die berühmte „Schottische", Konzerte für Klavier und Violine, Oratorien, so „Paulus" und „Elias". Die Leipziger Universität verlieh ihm die Ehrendoktorwürde und die Stadt Leipzig die Ehrenbürgerschaft. Nach einer Unterbrechung wohnte er mit seiner Familie ab 1845 wieder in Leipzig, in der Beletage der Goldschmidtstr. 12.

Mendelssohns Wohnhaus, Foto: W. Brekle
Mendelssohns Wohnhaus, Foto: W. Brekle

Der spätklassizistische Bau ist original restauriert  und beherbergt das Museum zu Ehren Mendelssohns. Die Wohnung des Musikers wird als Ort erlebbar, von dem  Wirkung auf die europäische Musik- und Geistesentwicklung ausging.
Im Mai 1847 starb plötzlich Mendelssohns geliebte Schwester Fanny. Als er die Mitteilung erhielt, schrie er auf und fiel in Ohnmacht. Von diesem Schock erholte er sich nicht mehr. Nach schweren Schlaganfällen verstarb Mendelssohn  am Abend des 04. November 1847. Sein Tod rief  bei den Leipziger Bürgern Bestürzung und tiefe Trauer hervor. Am 07. November bewegte sich der Trauerzug unter großer Anteilnahme der Bevölkerung von der Johanniskirche zum Trauerhaus und dann zur Universitätskirche St. Pauli. Im Trauergottesdienst  sangen Chöre  Choräle aus dem „Paulus" und am Ende den Schlusschor „Wir setzen uns mit Tränen nieder" aus der Matthäuspassion von Johann Sebastian Bach. Felix Mendelssohn Bartholdy wurde nach Berlin überführt und in der Familiengruft beigesetzt.

Als der Oberbürgermeister von Leipzig Carl F. Goerdeler im November 1936 eine Votragsreise nach Finnland antrat, ließ sein Stellvertreter Haake, ein überzeugter Nationalsozialist, das Mendelssohn-Denkmal vor dem alten Gewandhaus in einer Nacht- und Nebelaktion schleifen.
Carl F. Goerdeler nahm diesen Affront zum Anlaß, aus Protest seinen Rücktritt einzureichen.
Danach trat er seinen schweren Weg in den Widerstand an, der mit den Ereignissen um den 20.Juli 1944 auch für ihn auf dem Schafott endete.
Er war sich der Hochachtung nicht nur der Leipziger Bürger gewiss.

Quellen:
Stadtgeschichtliches Museum Leipzig
Bach-Archiv Leipzig
Dießner, Petra und Hartinger, Anselm: Bach, Mendelssohn und Schumann. Leipzig 2005
Hüttner, Hannes: O schick mir ein Lied! Anektoden über Felix Mendelssohn Bartholdy. Berlin 2008

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