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Die verlassene Schule bei Tschernobyl - Lost Place

Nic

Am 26. April 1986 kam es im Atomkraftwerk Tschernobyl zu einer der schlimmsten Nuklearkatastrophen. Die freigesetzte Radioaktivität entsprach dem zehnfachen der Atom-Bombe von Hiroshima 1945. Erst drei Tage später wurde die 3 km entfernte Stadt Prypjat evakuiert und alle Bürger mussten ab 14 Uhr "vorübergehend" ihren Wohnort verlassen. Seither ist die Mittelschule der Stadt verwaist.

30 Jahre Leerstand hinterlassen Ihre Spuren. Doch genau die machen den Ort sehenswert. Der Großteil der Mittelschule ist in einem unberührten Verfallszustand. Die Wände verlieren ihre Farbe, die alten Schulbücher erinnern an den einstigen Schulalltag. Das Heft zeigt Klassenräumen, Flure, die Turnhalle und die große Schulaula.

Das Heft bietet in der Mitte ein doppelseitiges Poster.

ISBN: 978-3-86397-121-2

Preis: 3,00 €

Herbert Uebermuth

Herbert Uebermuth

Prof. Dr. med. habil. Christian Schwokowski

Erinnerungen an den ehemaligen Direktor der Chirurgischen Universitätsklinik

Prof. Dr. med. Herbert Uebermuth
Prof. Dr. med. Herbert Uebermuth

Originelle und charismatische Persönlichkeiten, die mit Klugheit, unermüdlicher Tatkraft, aber auch beispielhafter Durchsetzungsfähigkeit und Visionen Meister ihres Faches wurden, trifft man heute selten - Herbert Uebermuth war einer von ihnen. Als Sohn eines Friseurmeisters besuchte er von 1911 bis 1920 das Thomas-Gymnasium und studierte in seiner Heimatstadt Leipzig Medizin. Nach Staatsexamen und Promotion arbeitete er bei berühmten Lehrern seiner Zeit. Drei Jahre war er im Pathologischen Institut bei W. Hueck tätig und arbeitete dann vier Jahre in der Berliner Universitäts-Frauenklinik unter Geheimrat W. Stoeckel, zuletzt als Oberarzt. 1933 nach Leipzig zurückgekehrt, wurde Geheimrat E. Payr sein chirurgischer Lehrer, bei dem er sich bereits 1936 habilitierte. 1937 wurde er zum Dozenten und 1943 unter dem Direktorat W. Rieders zum a. o. Professor ernannt. Militärdienst und Gefangenschaft unterbrachen seine klinische und wissenschaftliche Wirksamkeit. Ab 1946 war Uebermuth in der Chirurgischen Privatklinik des  Geheimrates v. Goebel in Leipzig tätig. 195O erfolgte die Berufung zum Direktor des Chirurgisch-Poliklinischen Institutes der Universität Leipzig als Nachfolger von E. Sonntag und 1952 die Ernennung zum Ordinarius für Chirurgie und Direktor der Chirurgischen Universitätsklinik Leipzig als Nachfolger E. Hellers. Ein Payr-Schüler hatte den Lehrstuhl übernommen, und der mehrfache Wechsel im Direktorat, der einer Klinik immer Unruhe und Energieverlust bringt, war beendet. Von 1955 bis 1957 war Uebermuth Ärztlicher Direktor des Klinikums und 1958 bis 1959 Dekan der medizinischen Fakultät. Das wissenschaftliche Werk umfasst mehr als 180 Publikationen, Handbuchbeiträge und Monographien. Sein Lehrbuch der Speziellen Chirurgie war Grundlage chirurgischen Wissens für viele Studentengenerationen.

H. Uebermuth war eine wortgewandte und Rede gewaltige Persönlichkeit, die in eindrucksvoller und verständlicher Art, aber auch temperamentvoll und mit Humor, die Chirurgie vermittelte. Aufgrund seiner Initiative konnten in Leipzig aus Spezialabteilungen eigenständige Kliniken entstehen. Viele seiner Mitarbeiter wurden glänzende Operateure und befähigte Wissenschaftler. Aus seiner Chirurgenschule gingen zehn Ordinarien für Chirurgie hervor und eine stattliche Zahl von Dozenten und Professoren wurden Chefs großer Chirurgischer Kliniken des Landes. H. Uebermuth wurde eine Vielzahl von Auszeichnungen und Ehrungen zuteil.

Er war Ehrendoktor der Friedrich-Schiller-Universität Jena und Ehrensenator der Universität Leipzig. In mehreren wissenschaftlichen Gremien und Chirurgengesellschaften war er Mitglied und Ehrenmitglied.

Aufrichtigkeit, Schaffensdrang, akribische Pünktlichkeit und Disziplin, aber auch Verantwortungsbewusstsein und Bescheidenheit waren Eigenschaften, nach denen er selbst lebte, die er aber von den Mitarbeitern auch forderte. Für die Patienten war er ein gesuchter und einfühlender Arzt und in seiner Art des Umganges mit Kranken und Angehörigen konnte man bereits seine Größe ermessen.

Am 1. 1. 1986 vollendete sich die Lebensbahn Herbert Uebermuths, wenige Tage vor seinem 85. Geburtstag.

Sein Leben und Wirken war für jeden, der ihn erlebte oder näher kannte, vorbildhaft.

Am 18. 1. 2001 hatten sich Mitarbeiter und Schüler, Freunde und Verehrer im Hörsaal der Chirurgischen Klinik versammelt, um in einer akademischen Feier des 100. Geburtstages von Prof. Uebermuth zu gedenken.
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