Leipzig-Lese

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Matt Lamb Kirche Bergern

Klaus von der Weiden, Susanne Wellhöfer

Es klingt fast wie ein Märchen, da kommt ein großer amerikanischer Künstler in ein kleines thüringisches Dorf und gestaltet dort die bisher unbedeutende Dorfkirche mit seinen Werken aus. Und doch ist es so geschehen in Bergern unweit der Kleinstadt Bad Berka. Die kleine Broschüre erzählt von der Kirche, dem Künstler und dem Werk, und wie es zu dieser unglaublichen Begenheit kam.

Ludwig Ebermayer (1858-1933)

Ludwig Ebermayer (1858-1933)

Dr. Erik Lommatzsch

Anton Klamroth (1860-1929): Ludwig Ebermayer
Anton Klamroth (1860-1929): Ludwig Ebermayer

Als Ludwig Ebermayer 1927 zum ordentlichen Honorarprofessor für Strafrecht an der Universität Leipzig ernannt wurde, lag der bedeutendere Teil seines beruflichen Wirkens bereits hinter ihm. Dieses ist durch seine langjährige Tätigkeit am Reichsgericht eng mit der Stadt Leipzig verbunden.

Der 1858 in Nördlingen geborene Ebermayer studierte in Würzburg und München und war zunächst im bayerischen Justizdienst beschäftigt. 1902 erfolgte die Ernennung zum Reichsgerichtsrat‚ 1918 wurde er Senatspräsident am Reichsgericht. Von 1921 bis 1926 amtierte Ebermayer als Oberreichsanwalt.

Aufgrund der Vielzahl von bedeutenden politischen Prozessen, in welchen er die Anklage zu vertreten hatte, verfügte er über einen großen öffentlichen Bekanntheitsgrad. In Ebermayers Amtszeit fielen beispielsweise die aus dem sog. Kapp-Putsch entstandenen Prozesse.

Reichsjustizminister Franz Gürtner bestellte ihn im Mai 1933 nach Berlin, um ihn für die Mitarbeit an der geplanten Strafrechtsreform zu gewinnen. Ebermayer soll mit den Worten abgelehnt haben, er sei kein Nationalsozialist und gedenke es auch nicht zu werden. Weitere diesbezügliche Stellungnahmen blieben ihm erspart, er starb im Juni 1933. Noch wenige Wochen vor seinem Tod hatte er Lehrveranstaltungen abgehalten.

Großer Popularität konnte sich sein Sohn, Erich Ebermayer (1900-1970), seit Mitte der zwanziger Jahre erfreuen. Der 1922 in Leipzig promovierte Jurist arbeitete zeitweise als Strafverteidiger, war aber vor allem als Romanschriftsteller sowie als Theater- und Filmautor bekannt.

 

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