Leipzig Lese

Gehe zu Navigation | Seiteninhalt
www.leipzig-lese.de
Unser Leseangebot

Astrid Koopmann/ Bernhard Meier
Kennst du Erich Kästner?

Ist das dort nicht Kästner, Erich Kästner? Ich habe gehört, er war gerade auf großer Reise - Dresden, Leipzig, Berlin, München oder so. Soll ich dich mit ihm bekannt machen? Kästner mal ganz privat! Er hat immer eine Menge spannender Geschichten auf Lager.

Totenbucheintrag für Ch. F. Gellert

Totenbucheintrag für Ch. F. Gellert

Ursula Drechsel

Gellerts Grabplatte, Grassi-Museum
Gellerts Grabplatte, Grassi-Museum
Johann Daniel Ahlemann (1765 - 1832) war von 1810 bis 1832 auf dem Alten Johannisfriedhof in Leipzig als Totengräber beschäftigt.

Ahlemann schrieb zum 100jährigen Geburtstag von Christian Fürchtegott Gellert, der am 04.07.1715 in Hainichen geboren worden war, folgendes im Leichenbuch der Totengräber ein:

Im Jahr 1815 den 4ten July wurde auf Anordnung des Herrn Baumeister Erckel, der 100-jährige Geburtstag des seligen Herrn Professor Gellert sehr feierlich hier in der Johannis Kirche begangen; Die Kirche war inwendig, und vorzüglich Gellerts Denkmal waren sehr schön mit Blumengirlanden geziehret, und so wurde bei sehr vielen Zuhörern eine schöne und passende Musik aufgeführet, womit noch der gute Zweck verbunden war, das für die Einwohner in Gellerts Geburthsort das kleine Städtgen Heynichen, welches im Jahr 1813 durch den Krieg sehr viel gelitten hatte bei dieser Gelegenheit eine Collekte gesammelt wurde, wonach diesen Orts Einwohnern eine ansehnliche Summe Geld überschickt worden ist.

Eben so war Gellerts Begräbnisplatz welcher kurz vorher der Herr Baumeister Erckel mit einem Gatter und einer Rosenhecke hatte einfaßen laßen, noch mit den schönsten Blumengirlanden gezieret, und sehr geschmackvoll decorirt. Alle Anwesenden wo sich die Zahl auf tausende bestreckte war dieses ein sehr fürstlich und feierlicher Tag.

Auf dem Grabmal waren verschiedene Danksprüche und Gedichte gelegt, unter anderen folgende.

„So ruhe sanft auf ewig frei von dieses Lebensmühe
Dein Geist umschwebt uns hier, und ewig dort.
Und tief gerührt sind wir. Da du einst viel zu frühe,
O Gellert gingst von dieser Erde fort."

Ahlemann
Totengräber im Jahre 1815

Nachwort

Das zum 300. Geburtstag neugestaltete und geweihte Grab auf dem Südfriedhof Leipzig. Foto: Archiv U. u. H. Drechsel.
Das zum 300. Geburtstag neugestaltete und geweihte Grab auf dem Südfriedhof Leipzig. Foto: Archiv U. u. H. Drechsel.

Johann Daniel Ahlemann führte gewissenhaft ein Leichenbuch während der Völkerschlacht bei Leipzig 1813. Seine Aufzeichnungen zu den Ereignissen während der Völkerschlacht werden in späteren Beiträgen von Ursula Drechsel thematisiert, die diese in ihrer Familiengeschichtsforschung gesichtet und kommentiert hat. Sie ist mit dem Ur - Ur - Urenkel des J. D. Ahlemann, Hans Drechsel, verehelicht.

                                                                                          Ursula Brekle