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Arno Pielenz
Kennst du Heinrich von Kleist?

"... mein Leben, das allerqualvollste, das ein Mensch je geführt hat." So schrieb Heinrich von Kleist an eine seinem Herzen nahe stehende Verwandte wenige Stunden, bevor er sich mit seiner Todesgefährtin am Wannsee erschoss.

Die veterinärmedizinhistorische Sammlung der Universität Leipzig

Die veterinärmedizinhistorische Sammlung der Universität Leipzig

Susann Huster

Pferde-Gasmaske und alte Veterinärtruhen sind die Highlights

Bereits kurz nach der Wende begann der Aufbau der Veterinärmedizinhistorischen Sammlung der Universität Leipzig. Zu den ersten Exponaten gehörten Schenkungen von Tierärzten, die in Ruhestand gingen und geschichtsträchtige Dokumente aus der Veterinärmedizinischen Fakultät. Peu á peu wurde die Sammlung erweitert. Mittlerweile füllt sie fünf Räume in einem Gebäude auf dem Gelände des Universitäts-, Lehr- und Versuchsgutes Oberholz in Großpösna und ist damit die größte Sammlung dieser Art in Deutschland.

Die ehrenamtlich tätigen emeritierten Professoren W. Seffner und G. Michel (rechts)
Die ehrenamtlich tätigen emeritierten Professoren W. Seffner und G. Michel (rechts)
Maßgeblichen Anteil daran haben Günther Michel, Wolfgang Seffner, zwei emeritierte Professoren der Veterinärmedizinischen Fakultät, sowie der ehemalige Dekanatsrat Hans Jörg Müller. In ehrenamtlicher Arbeit betreuen und erweitern sie seit Jahren den Bestand, ordnen und registrieren neue Exponate oder transkribieren antike Bücher wie >>Das nützliche Arznei- und Viehbüchlein für allerlei Krankheiten der Pferde<<, das 1788 in altdeutscher Handschrift verfasst wurde. >>Da sind sinnvolle Erfahrungen drin, etwa wie damals ein Einlauf bei Pferden gemacht wurde<<, berichtet Seffner. >>Das Interessanteste sind die ganz alten Sachen<<‚ sagt der Veterinär-Pathologe und präsentiert einige besonders wertvolle Stücke der Sammlung. Dazu gehört unter anderem eine Gasmaske für Pferde aus dem Ersten Weltkrieg. Damals sei teilweise Atemgift eingesetzt worden. Um die Pferde vor den Giftgasen zu schützen, hätten sie die Masken tragen müssen.
Gasmaske für Pferde aus dem 1. Weltkrieg, schützte die Tiere vor Atemgift. Foto: Swen Reichhold
Gasmaske für Pferde aus dem 1. Weltkrieg, schützte die Tiere vor Atemgift. Foto: Swen Reichhold

Besonders interessant für die Besucher, die nach Voranmeldung auch eine kostenlose Führung durch die Schau bekommen können, sind nach den Worten Seffners auch die Militärveterinärtruhen aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg. Sie sind teilweise noch unbenutzt und beinhalten unter anderem Operationsbestecke für Pferdelazarette, Instrumente zur Behandlung von Hufkrankheiten oder Wunden und eine Zahnraspel für Pferde.

Chronologisch aufgebaut ist die Sammlung von Dokumenten, Urkunden und Beiträgen zur Entwicklung der Tiermedizin. Umfangreich ist auch die Sammlung von Büchern, Zeitschriften und Dissertationen zur Geschichte der Tiermedizin. An einer Wand hängt beispielsweise das Zeugnis der >>Königl. Sächsischen Thierarzneischule zu Dresden<< aus dem ]ahr 1840. Daraus geht unter anderem hervor, dass der angehende Tierarzt in Chirurgie mit >>Gut<< bewertet wurde, in Hufbeschlag dagegen nur mit >>Ziemlich gut<< abschloss.  

Weihgabe des Volksglaubens: Das Lungenmotiv aus mit Wachs überzogenem Gips. Foto: Karl-Sudhoff-Institut
Weihgabe des Volksglaubens: Das Lungenmotiv aus mit Wachs überzogenem Gips. Foto: Karl-Sudhoff-Institut

Die Instrumentensammlung nimmt allerdings den größten Umfang der Schau ein. Für Diskussionen, vor allem unter den Veterinärmedizin-Studierenden, sorge häufig die Vitrine mit Zwangsmitteln, wie etwa einer hölzernen Nasenbremse zum Ruhigstellen von Pferden, berichtet Michel.

Jeden Donnerstagvormittag ist für Seffner, Michel und Müller >>Oberholztag«. Dann sind sie vor Ort erreichbar. Interessierte können auch einen umfangreichen Katalog der Sammlung bekommen.

 

 

 

 

 

Der Bertuch Verlag dankt der Pressestelle der Universität Leipzig, den Artikel aus dem Journal Universität Leipzig 4/2012 übernehmen zu dürfen.