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Familie Stauffenberg: Hitlers Rache

Ursula Brekle

Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg war als Ehefrau von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der Schlüsselfigur im Widerstand gegen Hitler, von Anfang an in die Widerstandspläne ihres Mannes einbezogen. Sie bewies Mut und Stärke, obwohl sie nach der Ermordung ihres Mannes im Gefängnis und im KZ leben musste. Auch durch den Verlust von Angehö-rigen durchlebte sie eine leidvolle Zeit. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 drohte Himmler:
„Die Familie Stauffenberg wird ausgelöscht bis ins letzte Glied.“
Vor Ihnen liegt die spannungsreiche Geschichte, die beweist, dass es Himmler nicht gelungen ist, die Drohung wahrzumachen. Die jüngste Tochter von fünf Geschwistern Konstanze wurde noch während der mütterlichen Haft geboren. Sie berichtete vom 90. Geburtstag ihrer Mutter Nina, auf dem über 40 Nachkommen zusammengekommen waren. Die Nationalsozialisten haben trotz Hinrichtungen und perfider Sippenhaft nicht gewonnen.

"Wie viel Bach verträgt der Mensch?"

Dipl.-Päd. Ursula Brekle

Thomaskirche. Foto: W. Brekle
Thomaskirche. Foto: W. Brekle

Diese Frage zu beantworten, fällt den zahlreichen Bach-Verehrern leicht, ob sie aus Leipzig kamen oder ob sie aus aller Welt zum Leipziger Bachfest 2016 angereist waren.

Am Sonnabend, den 18.06.2016, wurden elf Kantaten (von 200) von Johann Sebastian Bach an verschieden Orten aufgeführt. "Sie sind in ihrer Qualität den großen Passionen ebenbürtig und ein noch immer sträflich vernachlässigter Schatz." Das sagte Michael Maul, der gerade sein Amt als Festival-Dramaturg angetreten hat.

Am letzten Tag des Bachfestes wurde traditionell die h.moll-Messe von Johann Sebastian Bach in der Thomaskirche aufgeführt. Wie jedes Jahr waren auch diesmal die Karten weit im Voraus ausverkauft, da diese über das Internet vertrieben werden. Das soll anders werden. Aufgepasst, liebe Leipziger! Ein Viertel der Karten für 2017, 400 Stück, werden ab sofort im Bachfest-Foyer in der Petersstraße verkauft.

Die Auslastung lag 2016 insgesamt bei 84%. Damit sind die Veranstalter zufrieden. Die Tatsache, dass 2016 mit 58 000 Besuchern 22 % weniger teilgenommen haben als im Vorjahr, wird mit dem Ausfall des großen Open-Air-Konzertes des Orgelstars aus den USA, Cameron Carpenter, angelastet (wegen der Wetterturbulenzen). Dieses Konzert soll nachgeholt werden.

Zu den Höhepunkten des Bachfestes gehörten auch die Reger-Interpretationen des neu berufenen Thomaskantors Gotthold Schwarz mit dem Thomanerchor.
Nachdem Thomaskantor Professor Georg Christoph Biller im Januar 2015 sein Amt aus gesundheitlichen Gründen niedergelegt hatte, leiteten die Stadt Leipzig und die Kirchgemeinde St. Thomas ein umfassendes Verfahren ein, um einen Nachfolger zu finden. Die Findungskommission brach das Auswahlverfahren nach einem reichlichen Jahr ab, da offenbar ein Wunschkandidat nicht gefunden werden konnte. Der Leipziger Stadtrat hat in Abstimmung mit der Kirchgemeinde St. Thomas den 64-Jährigen Gotthold Schwarz nun am 9. Juni 2016 mit großer Mehrheit zum Thomaskantor berufen, das ist der 17. Thomaskantor nach Johann Sebastian Bach (1685-1750). Schwarz hat den Thomanerchor bereits seit 2015 kommissarisch geleitet. Schon 1979 wurde er zum Stimmbildner des Thomanerchores berufen. Er hat eine fundierte musikalische Ausbildung als Sänger und Dirigent in Dresden und Leipzig absolviert.

Gotthold Schwarz hat die Aufgabe gern angenommen. Sein Credo lautet: „Mein Herz schlägt für die Kirchenmusik.“

Sir John Eliot Gardiner, der Künstlerische Leiter der Bachfeste, verkündete mit großer Hoffnung, dass "Thomanerchor, Gewandhausorchester und Bach-Archiv nun endlich eng zusammenarbeiten".

Sein Wort in Gottes Ohr!