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Johann Joachim Winckelmanns Wirken auf Schloss Nöthnitz und in Dresden

Klaus-Werner Haupt

Nach rastlosen Jahren findet Johann Joachim Winckelmann auf dem nahe Dresden gelegenen Schloss Nöthnitz eine Anstellung als Bibliothekar. Die bünausche Bibliothek und die Kunstsammlungen der nahen Residenzstadt ermöglichen Kontakte mit namhaften Gelehrten. In ihrem Kreise erwirbt der Dreißigjährige das Rüstzeug für seine wissenschaftliche Karriere. Sein epochales Werk „Gedancken über die Nachahmung der Griechischen Werke in der Mahlerey und Bildhauer-Kunst“ (1755) lenkt den Blick auf die Kunstsammlungen Augusts III. und ebnet den Weg nach Rom.

Winckelmanns Briefe, von denen mehr als fünfzig aus den sächsischen Jahren überliefert sind, lassen seinen Karrieresprung, aber auch seine persönlichen Nöte vor unseren Augen lebendig werden. Zwei Gastbeiträge über die jüngere Geschichte des Schlosses und die Visionen der Freunde Schloss Nöthnitz e. V. runden den Jubiläumsband ab.

Der Hauptbahnhof

Der Hauptbahnhof

Dipl.-Päd. Ursula Brekle

 

Den Leipziger Hauptbahnhof kann man mit Fug und Recht eine „Kathedrale des Verkehrs" nennen, denn als er 1915 vollendet war, galt er mit sechsundzwanzig Innen- und fünf Außenbahnsteigen als der größte Kopfbahnhof Europas.

Die zur Stadt zugewandte 298 m breite  Frontseite besitzt zwei  hervortretende große Eingangshallen. Über dem westlichen  Eingang prangt das preußische Wappen, über dem östlichen das sächsische - ebenso  gab es innen einen preußischen und  einen sächsische Wartesaal. Da Preußen und Sachsen zum Zeitpunkt der Entstehung des Hauptbahnhofes noch unabhängig waren, kamen beide aus Gründen der Zweckmäßigkeit überein, einen gemeinsamen zentralen Bahnhof zu bauen. So erschien alles gedoppelt. Der erhöhte Querbahnsteig mit einer Länge von 270 m, einer Breite von 30 m und einer Höhe von 27 m wird von einem flachen Tonnendach aus Stahl und Glas überwölbt und  wirkt daher wie ein Licht durchfluteter riesiger Raum, einer „Kathedrale" ähnlich.

 

Hauptbahnhof Ostseite 2009
Hauptbahnhof Ostseite 2009
Im 2. Weltkrieg wurde der Hauptbahnhof schwer zerstört. Der Wiederaufbau dauerte bis 1964. Deshalb erinnert sich der später weltberühmte Schriftsteller Uwe Johnson, der an der Leipziger Universität Germanistik studierte, im „Dritten Buch über Achim": "Den Querbahnsteig hatten Bomben im letzten Kriegsjahr bis in die untersten Stockwerke der Lagerräume aufgerissen, noch vor der Kapitulation wurden Zementplatten verlegt und unter ihnen Böden neu eingezogen, bis vor wenigen Monaten aber hatten die Lampen auch den dunklen Himmel beleuchtet, wir standen und redeten in der freien Luft."

 

Neben dem westlichen Ausgang stehen zwei monumentale Büsten: links der Nationalökonom Friedrich List (1989-1846), nach dessen Plänen die erste deutsche Fernbahnverbindung der Strecke Leipzig-Dresden entstand, und rechts der Industrielle Friedrich Harkort (1793-1880), der die Industrialisierung in der Stadt vorantrieb und den Bau der ersten Fernbahnlinie unterstützte.

1996 wurde das denkmalgeschützte Gebäude aufwendig renoviert und umgebaut. Es entstand auf zwei Etagen ein Einkaufszentrum mit 30 000 m² Verkaufsfläche. Journalisten titelten: „Supermarkt mit Gleisanschluss".

 

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