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Christoph Werner

Schloss am Strom
Roman


Schinkel kämpft in seinen Fieberträumen um die Vollendung seines Bildes "Schloss am Strom". Er durchlebt auf seinem Krankenbett noch einmal sein erfülltes und von krankmachendem Pflichtgefühl gezeichnetes Leben und die Tragik des Architekten und Künstlers, der sich zum Diener des Königs machen ließ

Wer singt, lebt einfach gesünder

Wer singt, lebt einfach gesünder

Susann Huster

Phoniater Michael Fuchs über die vielen Vorzüge unseres wichtigsten Instruments

Prof. Dr. med. Michael Fuchs. (1)
Prof. Dr. med. Michael Fuchs. (1)

Forscher_innen haben herausgefunden, dass unsere Vorfahren eher singen als sprechen konnten. „Singen ist eine dem Menschen ureigene Entäußerungsform und Teil unserer persönlichen Ausdrucksfähigkeit“, sagt jemand, der sich kaum wie ein anderer mit dieser Thematik auskennt:

Michael Fuchs, Professor für Phoniatrie und Pädaudiologie an der Universität Leipzig. Der Experte weiß um die zahlreichen Zusammenhänge zwischen dem Singen und unserer Gesundheit. Sein Fazit: Wer singt oder musiziert, lebt nicht nur gesünder, er entwickelt auch mehr Glücks- und Bindungshormone und mehr Selbstbewusstsein als seine weniger musikalischen Zeitgenossen.

Schon wenn Kinder und Jugendliche ihre eigene Playlist hören und dabei entspannen, trägt das zur Steigerung des emotionalen Wohlbefindens bei. „Aber die gesundheitsfördernde Wirkung ist ungleich höher, wenn ich selber singe“, sagt Fuchs. Dabei würden neben dem Stimmapparat auch die Lungen- und Kehlkopffunktion sowie der Vokaltrakt, der für die Klangformung zuständig ist, trainiert. Nicht zuletzt wirkt sich das Singen auch förderlich auf das zentrale Nervensystem und unser Gehör aus, das die Stimme kontrolliert. Vom Kleinkind, dessen Sprachentwicklung und soziale Kompetenz geschult wird, bis hin zum Senioren, der durch das Singen dem geistigen Abbauprozess entgegenwirken kann, reichten diese positiven Aspekte. „Beim gemeinsamen Singen werden große Mengen Glückshormone ausgeschüttet“, weiß Fuchs auch aus eigener Erfahrung. Schließlich hat er als Junge neun Jahre im Leipziger Thomanerchor gesungen und versucht auch jetzt, sich an temporären Gesangsprojekten wie den Hörsaalkonzerten des Leipziger Ärzteorchesters oder dem Weihnachtssingen des Uniklinikums zu beteiligen.

Thomanerchor. (2)
Thomanerchor. (2)

 

„Jeder kann singen, und jeder hat diese angeborene Grundausrüstung, mit der er seine Stimme erklingen lassen kann“, ist Fuchs überzeugt. Singen kann zur Heilung schwerkranker Menschen beitragen, das Immunsystem stärken, die eigene Empathie schulen und das Vertrauen in die eigene Kommunikationsfähigkeit festigen. Ist unsere Stimme dagegen beeinträchtigt, leidet sehr oft auch unsere Psyche.

 

Wenn sich Menschen in Corona-Zeiten zum gemeinsamen Singen treffen, sollten sie die nötige Hygiene- und Abstandsregeln beachten. Denn noch stärker als beim Sprechen kann sich das Virus beim Singen über die federleichten Aerosole verbreiten. In einem aktuellen Forschungsprojekt untersucht Fuchs gemeinsam mit Strömungsforschern aus Freiberg die Aerosolausbreitung beim Singen (siehe Info in der nächsten Spalte).

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Ziel eines gemeinsamen Forschungsprojekts von Professor Michael Fuchs mit der TU Bergakademie Freiberg ist es, die Strömungen der Aerosole zu visualisieren, die beim Ausatmen entstehen und die eine besondere Infektionsgefahr mit sich bringen. Die Forscher untersuchen unter anderem Unterrichtsräume in der Musikschule Leipzig, in denen Studierende singen. Auch die Verbreitung der Aerosole in höheren Räumen wie Kirchen wird erforscht. Fuchs und sein Team beraten aktuell zum Thema Corona-Hygienemaßnahmen zahlreiche Kulturinstitutionen, unter anderem die Oper und das Gewandhaus Leipzig.

Quelle

Leipziger Universitätsmagazin 2021

 

Bildnachweis

Kopfbild: Thomanerchor. Deutsche Fotothek.

Abb. 1: Universität Leipzig

Abb. 2: Wikimedia - gemeinfrei

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