Leipzig-Lese

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Sesenheimer Liebeslyrik

Florian Russi

Während seines Studiums in Straßburg lernte Johann Wolfgang von Goethe die Sesenheimer Pfarrerstochter Friederike Brion kennen. Die beiden verliebten sich ineinander und Goethe wurde durch Friederike zu wundervollen Gedichten angeregt.

Einige von ihnen (Heideröslein, Mailied, Willkommen und Abschied u. a.) zählen zu seinen besten und beliebtesten überhaupt. In diesem Heft sind sie vorgestellt und mit Bildern und Erläuterungen angereichert.

Wie einer Hexenbutter geprüft hat

Wie einer Hexenbutter geprüft hat

Johann Georg Theodor Gräße

In der Mitte des 17. Jahrhunderts ist ein Leipziger Stadtsoldat auf den markt gegangen und hat bei einer Bauersfrau etliche Klümpchen (Stückchen) Butter gekauft. Er hat diese auf gewöhnliche Art auf ein Messer gesteckt, das drei Kreuze hatte. Wie die Bauersfrau, die eine Zauberin war, das gesehen hat, wollte sie es erst nicht zugeben. Sie sagte, man müsse die Butter nicht auf ein solches Messer spießen, das drei Kreuze habe. Daruf gab ihr aber der Soldat die Antwort: „Was hat sie danach zu fragen? Ich habe es schon eher getan“. Danach ist er ohne Argwohn fortgegangen. Als er an der Hauptwache beim Esel angekommen war, bemerkte er, dass seine Butter ein Kuhfladen war. Er ist geschwind zu der Betrügerin zurück geeilt, aber diese ist schon über alle Berge gewesen.

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