Leipzig-Lese

Gehe zu Navigation | Seiteninhalt
Leipzig-Lese
Unser Leseangebot

Weihnachten bei Familie Luther

Christoph Werner

Luthers jüngster Sohn erzählt vom Christfest

Paul Luther, der jüngste Spross der Lutherfamilie, gewährt dem Leser Einblick in sein Leben und das seiner Familie.
Er berichtet von seiner Kindheit in Wittenberg und der Krankheit seines Vaters, von seiner Verwicklung, die ihm als Leibarzt widerfuhren, und von den Intrigen am Gothaer Hof. Reichlich illustriert öffnen sie dem Leser die Tür zur Weihnachtsstube der Familie Luther.

´s Riesenschbielzeich

´s Riesenschbielzeich

Lene Voigt

Ä Riesenfreilein gink ämal

Schbaziern gemiedlich dorch ä Dal.

Dort dad se uffn Fäld de Bauern

Bei ihrer Landarbeet belauern.


Besondersch macht‘r eener Schbaß,

Das war so‘n gleenes flinkes Aas.

Der sauste mit sein blanken Pfluge

Dorch jede eenzche Ackerfuge.


„Nee, so ä butzcher Griewatsch bloß.

Gerade wie mei Finger groß!“

So rief de Riesin aus mit Lachen

Un dad sich bei das Gärlchen machen.


Schwubb sacktse‘n nein in ihre Schärze

Un drickt‘n glicklich an ihr Härze.

Drheeme lief se bei ihrn Vader,

Der war so hoch wie ä Deader.


„Nu gugge nur, was ich hier habbe!

Is das nich änne ulkche Grabbe?“

Dr Riesenvader aber schtränge

Schbrach: „ Nu, du willst wohl dichtche Sänge?


Wie gannste dänn, du dummes Gind,

Ä Bauer glaun? Jetzt loof geschwind

Un sätzn wieder uff sei Fäld,

Damitrsch weiter hibbsch beschtällt.“


De lange Dochter zog‘ne Flabbe.

Glattsch, gricht se eene uff de Glabbe

„Ach, Babbah“, meente under Drähn,

„Ich hab mich so verliebt in dän!“


„Was?“ schrie dr Vadder außer sich,

„Du liebst dän Gleen? Nu schäme dich!

Das is diräkt berwärs, mei Dochter!“

Un wietend uf de Dafel bocht‘r.


„Dadraus wärd nischt, das märke dir!

Du heiratst Nachbarsch Casimir!

Där is zwölf Meder achtunzwansch,

Das gibt ä Bärchen, ei verdanzch!“


De Dochter wurde wieder nichtern

Un fragte bloß ihrn Vader schichtern:

„Is dänn ä Bauer, sage mir,

Dadsächlich so ä wichtches Dier?“


„Nu freilich“, meente druff dr Alde,

„Wänn die nich wärn, da hätt mr balde

Im ganzen Lande nischt zu frässen,

Das därfste niemals nich vergässen!“


Un brav un folgsam lief de Lange

Zurick jetzt mit ihrn hibbschen Fange.

Se schtälltn, wo se‘n mauste hin,

Un dachte: „‘s hat ähmd nich solln sin.“

Weitere Beiträge dieser Rubrik

Näweldaach
von Lene Voigt
MEHR
Verdrehte Daache
von Lene Voigt
MEHR
Der Untergang von Leipzig
von Georg Bötticher
MEHR
Anzeige:
Unsere Website benutzt Cookies. Durch die weitere Nutzung unserer Inhalte stimmen Sie der Verwendung zu. Akzeptieren Weitere Informationen