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Der Traum des Mauerseglers

Berndt Seites Gedichte schätzen die Kraft des Moments. Sie tauchen in ihn ein, entdecken Höhen und Abgründe und legen dabei Vers für Vers frei, wie wir durch das Leben gehen, wer wir sein wollen und wer wir – manchmal wider Willen – dabei werden.

Es sind Gedichte, die träumen, schimpfen und scherzen, sie führen uns von leisen Beobachtungen hin zu den ersten Fragen, die damit ringen, womöglich zu den letzten zu gehören.

Niederschmetternde Kritik

Niederschmetternde Kritik

Lene Voigt

1. Schultag. Bundesarchiv, Bild 194-0557-15A / Lachmann, Hans / CC-BY-SA
1. Schultag. Bundesarchiv, Bild 194-0557-15A / Lachmann, Hans / CC-BY-SA

Auf der Straße kommt mir der kleine Rudi, frischgebackener ABC-Schütze, strahelnd ob seiner neuen Würde, entgegen. Der feine Lederschulranzen glänzt in der Augustsonne wie Speckschwarte. Die Augen des Kerlchens leuchten nicht minder. Ich frage, wie es ihm denn in der Schule gefällt und ob er einen recht guten Lehrer erwischte. Der Kleine versichert glücklich: "Unser Herr Angermann ist sehr gut!" Da ertönt hinter uns die Stimme eines etwas älteren Jungen, der scheinbar das Gespräch mit angehört hat:

"Nu, was heeßt denn bei ä Lährer gut? In dn ärschten vier Wochen, da sinse alle liemswärdch mit unsereen, awer hernachens im zweeten Monat - da entbubben se sich!"

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