Leipzig-Lese

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Reden wir von der Liebe

Florian Russi (Hrsg.)

Liebe ist ein Thema, das jeden berührt...Ein manchmal ernüchterndes und zugleich poetisches Buch.

Die Lindenstadt

Die Lindenstadt

Lene Voigt

Schon unsre Dichterferschten briesen

de scheene Stadt am Bleißenstrand

Wo um de Bromenade sprießen

de Linden wie ‘ne griene Wand.

 

An Sommerahmden, wenn de Blieten

so milde duften un so sieß,

will geener mähr sei Stiebchen hieten.

Mit Macht lockt‘s Lindenbaradies.

 

Da ziehn mir Leibzcher dann so gerne

rings um de Bromenade rum.

Dorch Blätterdächer illern Sterne

un grießen freindlich ‘s Bubbligum.

 

De Ginstler unter uns behorchen

de Seiseldeene ausm Boom.

In manche Linde liecht verborchen

es neies Dema. Wollnses gloom?

 

Ich gannde mal e Gombonisten,

där dankte eener e Modiv.

Wenn das de andern Linden wißten,

se guckden wohl ä häbbchen schief.

 

Mir sitzen uff‘ner Banknun sin ganz schlabb.

De Hitze nimmt ooch nich ä häbbchen ab.

Drum deesmer alle viere vor uns hin,

Im Gobbe hammer scheinbar nischt mähr drin.

 

Gee eenzcher macht sein Mund zum Reden uff.

Wozu denn ooch? Denn‘s härt ja geener druff.

So sitzen mir nu schon seit heite frieh

Un fiehln und ausgeleiert wie noch nie.

 

Jetz ähm gommt änne schicke Frau vorbei.

Där ihr gebliemtes Gleed is noch ganz nei.

Ob där ihr Mann so scheen fier die wohl sorcht?

(Doch ‘s gann ooch sin, se hat‘s bloß geborcht.)

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