Leipzig-Lese

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Christoph Werner
Um ewig einst zu leben

Roman

Um 1815 zwei Männer, beide Maler - der eine in London, der andere in Dresden; der eine weltoffen, der andere düster melancholisch. Es sind J. M. William Turner und Caspar David Friedrich. Der Roman spielt mit der Verbindung beider.

Auch als E-Book erhältlich 

In Leipzig nichts Neues

In Leipzig nichts Neues

Andreas Köllner

Du, sagmal – Ist sie das nicht? Die Kommode

(oder zumindest das Modell),

das die Großmutter nachts noch ins Hotel

brachte – von der uns Ringelnatz in "Leipzig",

dem Gedicht,

erzählte, und im Nebensatz nur kurz erwähnte

(als er vermutlich daran lehnte)

sie sei frühes Barock – und ja, wenn du

auch lachen mögest,

sogar im Schlafrock trug das Möbelstück persönlich

sie dorthin, um ihm zu seinem schönen Glück genötigt

zu verhelfen; das ist zwar schon vor über neunzig Jahr

gewesen, doch glaub mir, heute war

ich in der Stadt, nicht Dresden,

sondern Leipzig – unverkennbar!

Denn Leute sah ich, die – nicht weiter tragisch –

trugen, siebzigjährig,

Sekretäre, die der meisten Biedermeier, in die Häuser,

so als wäre

es nichts Neues (wenns auch alt ist) –

 

Ach, wer wäre denn ein Sachse,

der sich nicht sagen lasse (oder ließe),

ob ungefragt er Sorge trage

oder gar sein Herz gerade

noch verschenke – siehe, drum bedenke:

In Leipzig, ja, da gibt es viel zu sehen,

doch ist das Größte hier, neben

den schon von Ringelnatz erwähnten,

ganz zu Anfang kurz genannten

Bergen – ja, die nicht vorhandnen –

und dem Rathaus und all den Alleen,

nicht immer noch die

ungefragt dir zugetragne Liebe?

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