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Sommerschnee

Berndt Seite

Hardcover, 124 S., 2020 erscheint demnächst; Bereits vorbestellbar

ISBN: 978-3-86397-134-2
Preis: 15,00 €

Sommerschnee – das sind die luftig-bauschigen Samenfasern der Pappelfrüchte, die sich im Sommer öffnen und die Welt mit ihrem weißen Flaum überziehen: Schnee in der wärmsten Jahreszeit. Mal melancholisch, mal mandelbitter, aber stets in größter Genauigkeit geht Berndt Seite auch in seinem neuen Lyrikband den Erscheinungsformen der Natur nach und lotet in ihnen die Bedingungen des Lebens aus.

Literatur

Literatur

In der Universitätsbibliothek, die ich aufsuchte, weil ich einmal sehen wollte, ob außer Harry Potter noch etwas gelesen wird, sah ich eine junge Studentin, die wie ein scheues Reh zwischen den Regalen herum huschte.

Immer wenn Leute um sie waren, starrte sie in romantischer Versunkenheit vor sich hin, und immer, wenn sie allein war, glitt sie flink wie ein Wiesel die Regale entlang, wobei sie ihr Gesicht so nahe an die Bücherrücken brachte, dass ich sie für bedauernswert kurzsichtig hielt.

Als sie wieder einmal allein war und gerade ihr Gesicht in einen Band Kriminalgeschichten vergraben hatte, sprach ich sie an, worüber sie erschrak, welches ihr gut zu Gesicht stand. Ich bat sie meine Neugier zu verzeihen, aber die Art, wie sie Bücher wählte, erscheine mir ungewöhnlich und sie möge mir doch – ich bitte sehr – kurz erklären.
Da errötete das liebliche Geschöpf und sagte mit sanfter Stimme:

„Ich rieche so gern an Büchern, die Männer gelesen haben!“


Quelle: Scher, Peter: Anekdotenbuch. Berlin 1925

Die Anekdote wurde von Ursula Brekle nacherzählt unter Verwendung der Quelle.

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