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Das verlassene Krankenhaus bei Tschernobyl

Nic

Heft, 28 Seiten, 2020 - ab 23 Nov. erhältlich

Die Stadt Prypjat liegt nur 3 Kilometer von Tschernobyl entfernt. Im hiesigen Krankenhaus wurden unmittelbar nach der Explosion des Atomreaktors die ersten stark verstrahlten Opfer behandelt. Viele von Ihnen sind an der massiven Strahlenbelastung gestorben.

Am 27. April 1986, einen Tag nach der Nuklearkatastrophe, wurde die Prypjat evakuiert. Seither ist die Stadt, wie auch das hier gezeigte Krankenhaus verwaist. 30 Jahre Leerstand hinterlassen Ihre Spuren. Nic führt uns auf einem Rundgang durch verlassene Gänge vorbei an verfallenen OP-Sälen und Behandlungszimmern.

Für alle Fans von Lost Places.

Ab 4 Heften versenden wir versandkostenfrei.

Alt-Leipziger Anekdoten 1848

Alt-Leipziger Anekdoten 1848

Lene Voigt

 Ergebnis der Märzrevolution: Frankfurter Nationalversammlung, die vom 18.05.1848  bis 31.05.1849 tagte.
Ergebnis der Märzrevolution: Frankfurter Nationalversammlung, die vom 18.05.1848 bis 31.05.1849 tagte.

Als im Jahre achtundvierzig die Wellen der Revolution auch Leipzig zu überschwemmen drohten, wurde die Stadt nicht nur durch ihre königstreue Garnison geschützt. Auch die Stadtsoldaten, die übrigens erst in den sechziger Jahren abgeschafft wurden und deren durchaus friedliche Aufgabe bis dahin in der Gestaltung einer Wache vor dem Alten Rathaus bestanden hatte, beteiligten sich eifrig an dem Schutz der bedrohten Obrigkeit.

Auf dem Augustusplatz wurde zur Einschüchterung der Revoluzzer ein großes Kanon, ein Vorderlader aus den Befreiungskriegem aufgestellt, vor dem ein Stadtsoldat mit scharfgeladenem Gewehr Posten stand.

Der Hauptmann, hauptsächlich an seinem weißen Federbusch und einem dicken Bauch kenntlich, instruierte persönlich den Posten eingehend: ,,Also, wenn eenr gommt, da ruff de ,Hald!', un wenn das Luder nich glei schdehn bleibt, dann schießdn iebern Haufn!"

"Der brave Stadtsoldat war sich der Bedeutung seiner Aufgabe bewußt. Schwungvoll salutierte er mit der freien Hand am Tschako. Nur eins machte ihm noch etwas Sorge: »Was mach'ch denn, Haubdmann, wenn nu gee Haufn da is?«

Der Hauptmann mußte natürlich hin und wieder die gefährliche Stellung revidieren und fand bei einer solchen Ronde das Kanon ohne Posten. Nach längerem Suchen fand er den Tapferen in einer kleinen Kneipe in der Nähe, wo er, unbekümmert um die Wogen der Revolution, ordentlich einen schmetterte und sich philosophischen Betrachtungen hingab. Der Treffliche hatte bereits schwer geladen, gab sich aber trotzdem viel Mühe, zu verstehen, warum sein Hauptmann so laut schimpfte .

Barrikadenkampf in Leipzig 1849. Nicht immer ging es so zu, wie in der Anekdote von L. Voigt.
Barrikadenkampf in Leipzig 1849. Nicht immer ging es so zu, wie in der Anekdote von L. Voigt.

Als er es endlich heraus hatte, versuchte er, nicht ohne Anstrengung, den Aufgeregten zu beruhigen: ,,Mach' doch nur nich soviel Gragehl - hub - um die olle Ganone -Haubtmann. Wärn ä bar gegomm, mid dän wärch schon ferdch gewordn, awr - hub - die Ganone häddnse doch nich midschlebbn genn. Wärns awr mähr gewesn, häddch alleene doch nischd dagegen machn genn!"

Als es aber dann doch Ernst wurde, sollten die Tapferen gegen eine Barrikade in der Johannisgasse geführt werden. Mit äußerstem Erstaunen nahmen sie wahr, daß von drüben mit scharfen Patronen geschossen wurde. Entrüstet riefen sie hinüber: ,,Jhr seid wohl verriggd! Wolldr glei mid där dämlichn Schießerei uffheern, ihr Saggrmender! Jhr sehd wohl gar nich, daß hier Leide schdehn !«

Als man aber von der anderen Seite gemeinerweise weiterfeuerte, drohten sie, ernstlich in Wut geraten, mit den Fäusten hinüber und schrien: ,,Ihr machd noch so lange, bisser hier eenen trefft!"

Quelle:

Voigt, Lene: Säk'sches Gemiese. Leipzig o.J. Erstausgabe.

Bildnachweis:

Beide Bilder stammen aus Wikimedia Commons, sie sind gemeinfrei.

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