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N wie Ninive
Erzählungen

In metaphorisch einprägsamen Stil  werden verschiedene Schicksale erzählt, die ihren Haupthelden alles abverlangen, sie an ihre Grenzen bringen. Bei der Frage nach der Schuld, nach Gerechtigkeit und Gott verstricken sich Zukunft und Vergangenheit. 

"Er hat einen eigenen Ton, ein bisschen mecklenburgisch erdenschwer, aber dann auch wieder sehr poetisch"

Frankfurter Allgemeine 07.10.2014 Nr. 232 S. 10 

Der Leibz'ger Berg

Der Leibz'ger Berg

Max Vormeyer

Scherbelberg im Leipziger Rosental mit hölzernen Aussichtsturm, vermutlich um die Jahrhundertwende
Scherbelberg im Leipziger Rosental mit hölzernen Aussichtsturm, vermutlich um die Jahrhundertwende

In Leibz‘g, da war ich neilich mal

Mit meinem Freind zu Gaste!

Mir gingen erscht uff eenen Saal,

Weil‘s äb‘n so grad passte.


Da meende Sie mei Freind zu mich:

„Is das in Leibzig scheene;

Bloß, dass se geene Berge ham,

Das find ich gemeene.“


Druff latschten mir nach Wahr‘n naus.

Vergniegt wie änne Lerche.

Uff emal, Gottfernagelhohr,

Schtehn mir vor eenen Bärge!


Ich traute meinen Ogen gaum.

„Was die hier alles machen.“

Mei Freind, der meende, wie im Draum:

„De allerschwerschten Sachen!“


Dann heckerten mir Beede nuff,

Es ging, weeß Gott, ganz scheene;

Bloß ä baar Scherbel traten dorch

De Schtiebbeln in de Beene.


Sonst awer war Sie‘s wunderscheen,

Mer gann‘s nich andersch sagen:

Dut ob‘n ärscht änne Kneipe schtehn,

Wärd sich das Ding schon machen.


De Leibz‘ger wär‘n da unbeärrt,

Sich so dadran ergetzen,

Dass bald der Rat gezwung‘ sein wärd

Ä Zweeten hinzusetzen!

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