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Mitgelaufen

Christoph Werner

Das Buch „Mitgelaufen“ ist nicht wie andere Bücher über das Leben in der DDR. Hier liegt nicht der Fokus auf Mangelwirtschaft, einer allmächtigen Partei und der Staatssicherheit. Der Autor ist auch kein Opfer des Regimes, dem schreckliches widerfahren ist. Er gehört zu der großen Masse derjenigen, die sich als Rädchen im Mechanismus der DDR-Diktatur gedreht haben. Christoph Werner bricht mit seinem Buch das Schweigen der Mitläufer. Er stellt sich seiner eigenen Vergangenheit und dem Wissen, dass er selbst durch seine Zurückhaltung oder auch lautstarke Zustimmung das alte System lange am Leben erhalten hat. Jahrzehnte nach dem Mauerfall eröffnet er damit vor allem der heranwachsenden Generation, welche die DDR nur noch vom Hörensagen kennt, einen ganz neuen Blickwinkel auf ihre Geschichte.

Ohne Anklage und ohne den Versuch der Rechtfertigung wagt er eine kritische Betrachtung aus dem eigenen Erleben und gewährt Einblicke in eine vergangene Zeit.
Möge der Leser nicht mit dem Zeigefinger auf ihn zeigen, sondern sich fragen, wie oft er heute selbst dem Mainstream folgt oder mutig zu sich selbst und seiner Meinung steht.

Der Glücksbaum im Clara-Zerkin-Park

Der Glücksbaum im Clara-Zerkin-Park

Dipl.-Päd. Ursula Brekle


Nahe der Sachsenbrücke hängen die Blätter noch und immer wieder an einer alten Rosskastanie, obwohl die angrenzenden Laubbäume alle Blätter verloren haben. Der Baum heißt Glücksbaum; es sind besondere Blätter befestigt: Spaziergänger freuen sich an den Nachrichten, die als Wünsche, Bitten, Erinnerungen und Fotos gestaltet sind.


So finden wir Geburtstagswünsche von Greta formuliert: „Liebe Oma, wir wünschen Dir ganz viel Glück und Sonnenschein im neuen Lebensjahr!“ Natürlich finden sich viele Wünsche für 2021. Ein anderer traut dem Glückbaum ganz und gar alles zu und ruft: „Hallo Wunschbaum, kannst Du bitte schönes Wetter machen?“ Jugendliche wünschen sich einen guten Schulabschluss, zum Beispiel ein gutes Abitur. Im Allgemeinen kommen Schüler der 12. Klasse mit dem Homeschooling gut zurecht, aber es fehlen die Diskussionen mit den Lehrern und den Klassenkameraden. Kopfzerbrechen macht vor allem die Vorbereitung auf die Mathe-Prüfung. Das schlägt sich in den Wünschen nieder.


Gefleht wird um „Liebe, Liebe, Liebe“ und um Frieden.


„Bitte lächeln!“ gehört noch zu den einfachen Wünschen.


Die Initiative „Leipzig lacht“ hat die Idee umgesetzt, einen Glücksbaum einzurichten. Sie fühlt sich auch verantwortlich, diesen zu pflegen, denn Wind und Regen, Schnee und Unvernunft setzen ihm zu. Und manche Blätter sind dann nass und bleich und müssen (leider) entsorgt werden.

Da hängen CD‘s, Basteleien, Aufrufe, Babyschnuller und natürlich Masken als Schutz gegen Corona.

Am 24.12.2020 fotografiert von Ursula Drechsel.

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