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Quatsch Didel Datsch

Kinderreime

von Norbert Neugebauer (Autor), Werner Kiepfer (Autor), Petra Lefin (Illustrator)

Kinder wollen unterhalten sein. Sie lieben Geschichten und Spaß, Rhythmus und Reim.
Das Spiel mit den Worten, die einen ähnlichen Klang aufweisen, fasziniert sie. Der Gleichklang und Rhythmus von Versen lassen sie die (Mutter-)Sprache spielerisch erfassen. Dadurch lassen sie sich schnell auswendig lernen, immer wieder nachsprechen und fördern so das Sprachvermögen. - Mit den liebevollen Zeichnungen von Petra Lefin bietet das Heft Unterhaltung für die ganze Familie.

Ehrendoktor Sir Bernard Katz

Ehrendoktor Sir Bernard Katz

Prof. Dr. habil. Gerald Wiemers

Ein Leipziger von Weltruf

Sir Bernard Katz, Porträt gemalt von Benita Martin, ADA Dimensionsmalerei® (1)
Sir Bernard Katz, Porträt gemalt von Benita Martin, ADA Dimensionsmalerei® (1)

Es mussten 54 Jahre vergehen, ehe der frühere Medizinstudent Bernard Katz* und Schüler des Physiologen Martin Gildemeister (1876-1943) an die Universität seiner Heimatstadt Leipzig zurückkehrte. Im dicht gefüllten Hörsaal 18 hielt er auf Einladung des Neurowissenschaftlichen Zentrum der Universität im April 1989 einen Fachvortrag. Man hatte ihn nicht vergessen. Es ist das Verdienst von Dietmar Biesold (1925-1991) und des damaligen Rektors Horst Hennig, die Ehrenpromotion des Nobelpreisträgers von 1970 Sir Bernard Katz vorbereitet zu haben. Am 26. Juli 1990 verleiht der wissenschaftliche Rat der Karl-Marx-Universität Leipzig Sir Bernard Katz die Würde eines Ehrendoktors der Medizin. Unter zahlreichen Auszeichnungen werden dem Laureaten , emeritierter Professor für Biophysik der University College der Universität London und Fellow of the Royal Society, vom Rektor a. I. Gerald Leutert und dem Dekan der Medizinischen Fakultät Gottfried Geiler hervorragende „wissenschaftliche Leistungen in der Biophysik und Neurobiologie, insbesondere bei der Erforschung grundlegender Prinzipien der synaptischen Transmission“, sowie der Anerkennung „großer Verdienste bei der Förderung der internationalen Zusammenarbeit der Wissenschaftler verschiedener Länder in der Neurobiologie“ bescheinigt.


König-Albert-Gymnasium 1912. (2)
König-Albert-Gymnasium 1912. (2)


Bernard Katz wird am 26. März 1911 als Sohn der russisch-jüdischen Eltern Max und Eugenie Katz, geb. Rabinowitz, in Leipzig geboren. Sein Vater behält für sich und für seine Familie die russische Staatsangehörigkeit bei. „Nach dem ersten Weltkrieg“, schreibt Katz, „galten wir als `feindliche Ausländer´, nach der Oktoberrevolution waren wir plötzlich staatenlos.“ Das erleichterte später die Ausreise aus Nazideutschland und die Einreise nach England, weil er nicht als feindlicher Ausländer galt.

Am König-Albert-Gymnasium legt Katz sein Abitur ab und studierte ab 1929 in Leipzig Medizin. Auch als Student wohnt er bei den Eltern in der König-Johann-Straße 13, der heutigen Tschaikowskistraße. Das Pelzhandelsgeschäft des Vaters befand sich in der Nikolaistraße 31.

Unter der Fürsorge und dem besonderem Schutz von Martin Gildemeister konnte Katz, trotz des um sich greifenden NS-Ungeistes, am 22. November 1934 mit der Arbeit „Der Einfluss der Dehnung und Spannungsänderung des Muskels auf seine Permeabilität“ zum Dr. med. promovieren. Das zweite Gutachten erstellte der Pharmakologe Oskar Gros. Die mündlichen Prüfungen bestand Katz mit „Gut“.

Das Diplom, so der universitäre Nachweis vom 8. Januar 1935, „wurde ausgehändigt.“ Die Arbeit selbst ist von der Medizinischen Fakultät mit dem Siegfried-Garten-Erinnerungspreis ausgezeichnet worden. An eine feste Anstellung von Katz am Physiologischen Institut ist nicht mehr zu denken. Sein Lehrer Gildemeister wird zunehmend von NS-Studenten angegriffen, weil er den Juden Katz in seiner Vorlesung dulde. Bereits am 4. August 1933 hatte Bernard Katz den Vorsitz in der Verbindung jüdischer Studenten „Hatikwah“ nach massivem Druck der Universitätsleitung aufgegeben und die Organisation im Kartell jüdischer Verbindungen auflösen müssen.

Auf persönlicher Empfehlung von Gildemeister und durch Vermittlung von Chaim Weizmann, dem späteren ersten Präsidenten des Staates Israel, emigrierte Bernard Katz im Februar 1935 nach England. 1938 konnten seine Eltern nachfolgen. Bei dem Physiologen und Nobelpreisträger Archibald Vivian Hill (1886-1977) findet der 24-jährige Katz eine Anstellung am University College der Universität London, das nach einer längeren Tätigkeit in Australien 1946 wieder seine Wirkungsstätte wird. 1952 tritt er die Nachfolge seines Förderers Hill als Professor für Biophysik an.

1969, ein Jahr vor der Verleihung des Nobelpreises, den er gemeinsam mit Julius Axelrod und Ulf Svante von Euler (1905-1983) erhielt, erhebt Königin Elisabeth II. von England den herausragenden Physiologen in den Adelsstand. Noch zu Lebzeiten im Jahre 2000 ehren seine Geburtsstadt Leipzig, die Medizinische Fakultät der Universität und der Bund der Albertiner den großen Gelehrten mit einer bronzenen Tafel auf Stein in der Parkanlage der Medizinischen Fakultät in der Liebigstraße. Sir Bernard Katz ist am 23. April 2003 in London gestorben. Die Universität wird ihren Studenten, Promovenden und Gelehrten von Weltruf stets in dankbarer Erinnerung behalten.

* Solange Katz in Deutschland lebte, schrieb er seinen Vornamen mit „h“, nach der Emigration dann ohne „h“.

Bildnachweis

Kopfbild und Abb.1:

Sir Bernard Katz, Porträt gemalt von Benita Martin, ADA Dimensionsmalerei®

Author: Dr.BenitaMartin (CC BY-SA 3.0)

Abb. 2 aus Wikimedia, gemeinfrei.

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