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Mitgelaufen

Christoph Werner

Das Buch „Mitgelaufen“ ist nicht wie andere Bücher über das Leben in der DDR. Hier liegt nicht der Fokus auf Mangelwirtschaft, einer allmächtigen Partei und der Staatssicherheit. Der Autor ist auch kein Opfer des Regimes, dem schreckliches widerfahren ist. Er gehört zu der großen Masse derjenigen, die sich als Rädchen im Mechanismus der DDR-Diktatur gedreht haben. Christoph Werner bricht mit seinem Buch das Schweigen der Mitläufer. Er stellt sich seiner eigenen Vergangenheit und dem Wissen, dass er selbst durch seine Zurückhaltung oder auch lautstarke Zustimmung das alte System lange am Leben erhalten hat. Jahrzehnte nach dem Mauerfall eröffnet er damit vor allem der heranwachsenden Generation, welche die DDR nur noch vom Hörensagen kennt, einen ganz neuen Blickwinkel auf ihre Geschichte.

Ohne Anklage und ohne den Versuch der Rechtfertigung wagt er eine kritische Betrachtung aus dem eigenen Erleben und gewährt Einblicke in eine vergangene Zeit.
Möge der Leser nicht mit dem Zeigefinger auf ihn zeigen, sondern sich fragen, wie oft er heute selbst dem Mainstream folgt oder mutig zu sich selbst und seiner Meinung steht.

Leibzcher Schärwelbärch-Schbuk

Leibzcher Schärwelbärch-Schbuk

Lene Voigt

Rosental, Aschenberg (Scherbelberg) mit Holz-Aussichtsturm um 1900.
Rosental, Aschenberg (Scherbelberg) mit Holz-Aussichtsturm um 1900.

Am Schärwelbärch* zur Geisterschtunde

Wälch ä Gerassel in dr Runde!

Das tobd un schlittert, gracht un glärrt.

Wie wenn dr Deifel Gätten zerrt.


Schon frieh belährde mich mei Vader:

Das sin de Bichsen drin im Grader.

Die gomm, wenn zwälf de Glogge schläächt,

Zum Danze ausn Bärch gefäächt.


Un weh dem Wandrer, där gerade

Voriebersoggt. Um dän is schade

Där läbt am nächsten Daach nich mähr,

Gabuttgehaun vom Schärwelhäär.


Bruch – bochtn änne Hummerdose

´ne Beile an dn Gobb, ´ne große,

Un änne Därragoddavase

Zerschmeißtn greilich seine Nase.


Um seine Ärme, seine Hände

Da schlingt sich Wärtschaftsgeechenstände.

Reibeisen, rostzerfrässne Siebe,

Die wärbeln rum zum Angriffshiebe.


Sogar zerschlissne alde Schärme

Born sich däm Wandrer ins Gedärme.

Drum nachts den Bärch dr Genner,

Un ringsum schläft gee eenzcher Benner.

* In den Jahren 1887 bis 1896 wurden hier 120.000 m³ (60.000 Pferdefuhren) Hausmüll zum 20 m hohen Rosentalhügel, genannt„Scherbelberg“ aufgeschüttet.

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