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Christoph Werner

Schloss am Strom
Roman


Schinkel kämpft in seinen Fieberträumen um die Vollendung seines Bildes "Schloss am Strom". Er durchlebt auf seinem Krankenbett noch einmal sein erfülltes und von krankmachendem Pflichtgefühl gezeichnetes Leben und die Tragik des Architekten und Künstlers, der sich zum Diener des Königs machen ließ

Kleine Nachlese zur großen Leipziger Buchmesse 2019

Kleine Nachlese zur großen Leipziger Buchmesse 2019

Dipl.-Päd. Ursula Brekle

Ein Freund schrieb:

„Wir waren am Freitag auf der Buchmesse. Es war ein fürchterliches Gedränge, so dass man nur sehr langsam durch die Gänge kam und kaum an die interessanten Buchstände heran kam, um sich dort etwas anzusehen. Jedes Jahr ärgere ich mich, fahre aber dann doch wieder zur Messe… auch durch das Internet kann man sich viel besser über bestimmte neue Literatur informieren, hat allerdings nicht das schöne Gefühl ein gedrucktes Buch in der Hand halten und sich daran erfreuen zu können.“

So weit so vertraut. Jedes Jahr das gleiche Gedränge und die gleiche Lust. Auch in diesem Jahr zeigten 2547 Aussteller aus 46 Ländern ihre Neuheiten. Martin Buhl-Wagner, Geschäftsführer der Leipziger Messe, verwies auf die gewachsene Internationalität der Buchmesse. Erstmals waren Länderpräsentationen aus Kanada und dem Kosovo dabei. Estland kehrte nach langer Pause wieder zurück. Parallel dazu gestalteten 3 400 Mitwirkende das Lesefest „Leipzig liest“ an über 500 Orten auf dem Leipziger Messegelände, in Leipzig und in der Umgebung. Die Leipziger Buchmesse 2019 war geprägt von gesellschaftlichen Debatten. Sie hat einen neuen Besucherrekord erzielt. Wie die Veranstalter mitteilten, kamen insgesamt 286.000 Gäste auf das Messegelände und zum dazugehörigen Fest "Leipzig liest".

Am 20.03.2019 fand der traditionelle Festakt im Gewandhaus zu Leipzig statt, wo alle die Rang und Namen in der Buchbranche haben, erschienen waren. Hier wurde der Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung an die russisch-Us-amerikanische Journalistin und Schriftstellerin Masha Gessen verliehen. Sie erhielt den mit 20 000 Euro dotierten Preis für ihr Buch „Die Zukunft ist Geschichte. Wie Russland die Freiheit gewann und wieder verlor“. Sie schreibt über Menschen, die sich nicht abfinden wollen mit der Politik von Wladimir Putin und zeigt Entwicklungen in Russland als Angriff auf Bürger- und Menschenrechte. Gessen hat zweimal Russland aus politischen Gründen verlassen.

Preis der Leipziger Buchmesse 2019 - Die Preisträger von links: Eva Ruth Wenne (Übersetzung), Anke Stelling (Belletristik) und Harald Jähner (Sachbuch)
Preis der Leipziger Buchmesse 2019 - Die Preisträger von links: Eva Ruth Wenne (Übersetzung), Anke Stelling (Belletristik) und Harald Jähner (Sachbuch)


Höhepunkte der Leipziger Buchmesse waren die Verleihung der Preise in drei Kategorien:

In der Belletristik gewann Anke Stelling den Preis mit ihrem Roman „Schäfchen im Trockenen“.
Dieser Roman wird von der Kritik bejubelt: „Schäfchen im Trockenen“ nimmt die steigenden Berliner Innenstadt-Mieten ins Visier. Dabei wohnt die Schriftstellerin selbst im Prenzlauer Berg und möchte dort auch nicht weg, ihre Romanfigur schon. Stelling befasst sich im weitesten Sinne mit der Frage, wie frei Frauen in ihren Entscheidungen sind. Sie erzählt darin von einer Frau Mitte 40, die vier Kinder hat und der die Wohnung gekündigt wird. Daraufhin hinterfragt die Hauptfigur wichtige Entscheidungen in ihrem Leben - rächt sich nun, dass sie keinen reichen Mann geheiratet hat?

(Mit nominiert waren die Romane von Cenah Cusanit, Jaroslav Rudiš, Feridun Zaimoglu und Matthias Nawrat.)

Der Autor Harald Jähner hat mit «Wolfszeit. Deutschland und die Deutschen 1945 - 1955» den Preis der Leipziger Buchmesse 2019 in der Kategorie Sachbuch gewonnen. Der mit insgesamt 60.000 Euro dotierte Preis der Leipziger Buchmesse ehrt herausragende deutschsprachige Neuerscheinungen. Der Verlag zeigt das Buch wie folgt an: „Harald Jähners große Mentalitätsgeschichte der Nachkriegszeit zeigt die Deutschen in ihrer ganzen Vielfalt: etwa den „Umerzieher“ Alfred Döblin, der das Vertrauen seiner Landsleute zu gewinnen suchte, oder Beate Uhse, die mit ihrem „Versandgeschäft für Ehehygiene“ alle Vorstellungen von Sittlichkeit infrage stellte; aber auch die namenlosen Schwarzmarkthändler, in den Taschen die mythisch aufgeladenen Lucky Strikes, oder die stilsicheren Hausfrauen am nicht weniger symbolhaften Nierentisch der anbrechenden Fünfziger. Das gesellschaftliche Panorama eines Jahrzehnts, das entscheidend war für die Deutschen und in vielem ganz anders, als wir oft glauben.“

Als beste Übersetzerin wurde Eva Ruth Wemmes geehrt für die Übertragung des Romans aus dem Rumänischen „Verlorener Morgen“, geschrieben von der virtuosen Erzählerin Gabriela Adameșteanu. Ihr Hauptwerk „Verlorener Morgen“ gilt als rumänische Version von Marcel Prousts „Recherche“.

"Ahoj" sagten tschechische Autorinnen und Autoren auf der Leipziger Buchmesse 2019. Tschechien präsentierte sich als Gastland. Mit dabei war Radka Denemarková, die wichtigste literarische Stimme der Gegenwart in Tschechien. Sie ist eine tschechische Autorin, Dramatikerin, Drehbuchautorin, Übersetzerin, Essayistin und lehrt Creative Writing. Aus dem Nachbarland nahmen insgesamt 55 Autorinnen und Autoren teil.

Zum Schluss ein guter Ausblick: Das Buch zum Leser zu bringen, scheint gelungen zu sein, denn seit Anfang 2019 sind die Zahlen der Buchverkäufe wieder gestiegen. Die Buchbranche freut sich über ein Umsatzplus von 4,5 %.

Bildnachweis

Kopfbild: Ursula Drechsel

Die Preisträger:

Author

Amrei-Marie

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