Leipzig Lese

Gehe zu Navigation | Seiteninhalt
www.leipzig-lese.de
Unser Leseangebot

Der Bronstein-Defekt

und andere Geschichten 

Christoph Werner

"Ich stellte bald an mir selbst die Verführung durch Zählen und Auswerten fest und empfand die Wonne, Gesetzmäßigkeiten bei gewissen Massenerscheinungen festzustellen. Nichts war vor mir sicher. Als erstes machte ich mich über die Friedhöfe her..."

Gedenken an Hans-Dietrich Genscher

Gedenken an Hans-Dietrich Genscher

Dipl.-Päd. Ursula Brekle

Der Politiker, der über zwei Jahrzehnte die Außenpolitik der Bundesrepublik Deutschlands prägte, wurde am 21. März 1927 in Reideburg im Saalkreis geboren. Er wuchs in Halle auf, wo er 1946 auch sein Abitur ablegte. Danach studierte er in Halle und Leipzig Rechtswissenschaften und legte 1949 sein Referendarexamen an der Universität Leipzig ab. 1952 ging er nach Bremen und trat in die FDP ein. Ab 1969 bis 1974 war er Bundesminister des Inneren und von 1974 bis 1992 Bundesminister des Äußeren und Vizekanzler. Er wurde zur Schlüsselfigur im Prozess der Überwindung der Teilung Deutschlands, weil in den Jahrzehnten davor Abrüstung, Entspannung und Ausgleich im Zentrum seiner Außenpolitik standen. Nach eigenen Aussagen geriet nach Verhandlungen mit den Regierungen in Ost-Berlin und Moskau die Verkündigung der Ausreise der Flüchtlinge, die sich in den Botschaften in Prag und Warschau befanden, am 30. September 1989 zur Sternstunde in seinem Politikerleben. 1992 trat er auf eigenen Wunsch von seinen Ämtern zurück. Er erhielt zahlreiche hohe nationale und internationale Auszeichnungen.

Hans-Dietrich Genscher (r.) überreicht Präsident George H. W. Bush ein Stück der Berliner Mauer (21. November 1989)
Hans-Dietrich Genscher (r.) überreicht Präsident George H. W. Bush ein Stück der Berliner Mauer (21. November 1989)


In der Nacht vom 31. März zum 1. April 2016 verstarb der herausragende Politiker im Alter von 89 Jahren.

Die Universität Leipzig bewahrt ein besonderes Andenken an Hans-Dietrich Genscher :

„Die Nachricht vom Tod des ehemaligen Bundesaußenministers Dr. h.c. Hans--Dietrich Genscher am 31. März 2016 hat auch an der Universität Leipzig Betroffenheit ausgelöst. Die Rektorin der Universität, Professor Dr. Beate Schücking, sagte: ,Hans-Dietrich Genscher war einer unserer herausragendsten Alumni, dessen Tod auch an der Alma mater eine tiefe Lücke hinterlässt. Unvergessen bleibt sein erfolgreiches und motivierendes Engagement im Jubiläumsbeirat seiner Alma mater anlässlich der 600-Jahr-Feier der Universität 2009.'

Genscher hatte an der Alma mater von 1948 bis 1949 Rechtswissenschaft studiert. lm Jahr 2003 verlieh ihm die Juristenfakultät die Ehrendoktorwürde für seine Verdienste bei der Einigung Europas und Deutschlands.

Der ehemalige Bundesaußenminister hat sich seiner Alma mater immer verbunden gefühlt. Zuletzt war er im Mai 2013 im Rahmen der Festveranstaltung zum 20. Jahrestag der Neugründung der Juristenfakultät in Leipzig zu Gast und sprach über die Herausforderungen, die die deutsche Wiedervereinigung in rechtlicher Hinsicht gestellt hat. (Zitiert nach NEWS der Universität Leipzig 02 2016.)

Bildnachweis:

Kopfbild: Erfurt, Volkskammerwahl, FDP-Wahlkundgebung, Genscher = Bundesarchiv, Bild 183-1990-0228-030 / Hirndorf, Heinz / CC-BY-SA 3.0

Bild im Text: Via Wikipedia Commons, gemeinfrei