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Sesenheimer Liebeslyrik

Florian Russi

Während seines Studiums in Straßburg lernte Johann Wolfgang von Goethe die Sesenheimer Pfarrerstochter Friederike Brion kennen. Die beiden verliebten sich ineinander und Goethe wurde durch Friederike zu wundervollen Gedichten angeregt.

Einige von ihnen (Heideröslein, Mailied, Willkommen und Abschied u. a.) zählen zu seinen besten und beliebtesten überhaupt. In diesem Heft sind sie vorgestellt und mit Bildern und Erläuterungen angereichert.

Geschmacksache

Geschmacksache

Edwin (Pseudonym: Bliemchen) Bormann

Das Spiel der Najaden. Gemälde von A. Böcklin (1827-1901)
Das Spiel der Najaden. Gemälde von A. Böcklin (1827-1901)

Horcht zu: Zwee rodhe dicke Kimmelbrieder

Die plätschern plump in Schwimmbad uf un nieder,

Un um se her mit kreideweißen Leiwern

Wälst sich ä Heer von halbberauschden Weibern.

Das johlt un kreischt un quiekst un — ohne Zweifel

Hier, liewer Leser, rufst du aus:

„Fui Deifel!“


Ja jaa; jedoch, die Zene is gemalt

Un is mit dreißigdausend Mark bezahlt.

Die Herrschafden, die da zesammen baden-

Die nennt de Kunst Tridonen un Najaden;

Un kiehn den Klemmer uf de Nase drickend

Steht Frau von X. dervor un seifzt:

,,Entzickend!“

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