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Arno Pielenz
Kennst du Heinrich von Kleist?

"... mein Leben, das allerqualvollste, das ein Mensch je geführt hat." So schrieb Heinrich von Kleist an eine seinem Herzen nahe stehende Verwandte wenige Stunden, bevor er sich mit seiner Todesgefährtin am Wannsee erschoss.

 De Grindungk

De Grindungk

Edwin (Pseudonym: Bliemchen) Bormann

Darstellung der Wenden aus dem Sachsenspiegel
Darstellung der Wenden aus dem Sachsenspiegel

Leibzig, hehre Stadt der Städde,

Wenn der Erdball dich nich hädde —-

Wer beschreibt uns, welch Maleer

Das in jeder Hinsicht wer?!

Ach, un doch voll Schmerzemfindungk

Blick ich jetzt uf deine Grindungk,

Weeß nich, ob ich Dur, ob Moll

Uf der Harfe greifen soll.


Denn gee frischgeschliffner Säwel

Selbst dorchhaut den Pleißennewel,

Welcher schändlich un vertratkt

Uns verlsillt den Griudungksakt. —-

Manchmal scheint mer’ch, daß de Wenden

Wohl gewesen sein es gennden;

Doch gleich mahnt de Vorsicht mich:

Na, wer weeß — villeicht ooch nich.


Wiedrum denk’ ich: hamm de Sorwen

Sich villeicht oh Verdienst erworben

Soll ich sie als Grinder nenn? —

Gemmer 'sch wissen, weeß mer’sch denn?

Eener gommt un heeßt ä Schuft sich,

Wenn's nich war Siemhundertfuffzig,

Daß mer unsre dheire Stadt

Hies’gen Ort-·- jegrindet hat.


Was? schallt da ä Hohngewieher,

Just zweehundert Jahre frieher

Sonndags Nachmiddags nach zween

Legde mer den Grindungkssteen —

Ganz, erfillt von Wahrheetstriewen,

Sei's hier beinvoll hergeschriewem

Daß von Leibzigs Stifdungksfest

Nähres nich sich sagen läßt.

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