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André Barz
Kennst du E.T.A. Hoffmann?

"Erlaubst du, geneigter Leser, ein Wort? Hättest du nicht Lust auf einen Tee oder eine heiße Schokolade? Vielleicht magst du aber auch lieber einen Punsch, so wie ich?"

Dieses Buch, versehen mit allerlei Bildern und Zeichnungen, macht es leicht E.T.A. Hoffmann kennenzulernen. Das Beste daran ist, der "erste Fantasy-Dichter" erzählt ganz persönlich sein Leben, davon, wie er eigentlich Musiker werden wollte und dann doch Schriftsteller geworden ist, obwohl ihn das nie interessiert hat, und von seinen Erfahrungen mit der Liebe. Nebenbei gibt er einige seiner Märchen und Erzählungen zum besten.

Die Nixe von Lindenau

Die Nixe von Lindenau

Dr. Jürgen Friedel

Nixen. Gemälde von Carl Hartmann via Wikipedia Commons, gemeinfrei.
Nixen. Gemälde von Carl Hartmann via Wikipedia Commons, gemeinfrei.

 

Noch im 19. Jahrhundert trieb die kleine Luppe, die vor dem Elsterwehr im Palmengarten von der Elster abzweigt, nahe der Dreilindenstraße eine Mühle an. Das Wasserradhaus ist heute noch zu sehen.

Im 18. Jahrhundert ist dort einmal ein Müller von einem Nix ins angestaute Wasser gezogen worden und dabei ertrunken. Damals lebten nahebei noch die Enkel einer Hebamme von Lindenau. Sie erzählten dem, der es hören wollte, daß ihre Großmutter eines Nachts zu einer Nixenfrau gerufen worden war. Die Fischweibchen waren nämlich hil?os‚ weil das freudige Ereignis einer Nixengeburt nicht beginnen wollte. Die Hebamme ging mit, wenn auch mit unguten Gefühlen, aber jemandem zu helfen, der in Not sich befand, war ihr das Wichtigste.

Sie kam aus dem Staunen nicht heraus, als sich die Wasser vor ihr und der Nixenbotin teilten und man hinabsteigen konnte in ein ihr völlig fremdes Reich. Sie kamen zu einer vollständig eingerichteten Wohnung, wo die Nixenfrau in den Wehen lag.

Es gelang, ein gesundes Nixlein zu entbinden.

Man gab der Hebamme eine gute Belohnung und führte sie, ohne daß sie naß wurde, durchs Wasser wieder zurück. Noch oft hat man später von den spielenden Nixen allhier gehört.

Wahrscheinlich haben sie zornig-traurig unser Gebiet verlassen, als durch die Elster-Luppe-Regulierung im 20. Jahrhundert das Wasser gründlich gebändigt worden war. - Wenn sich nun einer fände, der die Mühle wieder klappern ließe, und sei es nur, um gastronomische Atmosphäre besonderer Art zu schaffen.

Wer weiß, vielleicht kämen sie zurück, die Nixen.

Wäre das nicht schön, selbst wenn die Nixen nur in unserer Phantasie leben würden? Phantasie brauchen wir alle heute mehr als je zuvor!

Warum wohl? - Richtig! - Auch darum haben wir die alten Leipziger Sagen neu erzählt.

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