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Berndt Seite

N wie Ninive
Erzählungen

In metaphorisch einprägsamen Stil  werden verschiedene Schicksale erzählt, die ihren Haupthelden alles abverlangen, sie an ihre Grenzen bringen. Bei der Frage nach der Schuld, nach Gerechtigkeit und Gott verstricken sich Zukunft und Vergangenheit. 

"Er hat einen eigenen Ton, ein bisschen mecklenburgisch erdenschwer, aber dann auch wieder sehr poetisch"

Frankfurter Allgemeine 07.10.2014 Nr. 232 S. 10 

Niederschmetternde Kritik

Niederschmetternde Kritik

Lene Voigt

1. Schultag. Bundesarchiv, Bild 194-0557-15A / Lachmann, Hans / CC-BY-SA
1. Schultag. Bundesarchiv, Bild 194-0557-15A / Lachmann, Hans / CC-BY-SA

Auf der Straße kommt mir der kleine Rudi, frischgebackener ABC-Schütze, strahelnd ob seiner neuen Würde, entgegen. Der feine Lederschulranzen glänzt in der Augustsonne wie Speckschwarte. Die Augen des Kerlchens leuchten nicht minder. Ich frage, wie es ihm denn in der Schule gefällt und ob er einen recht guten Lehrer erwischte. Der Kleine versichert glücklich: "Unser Herr Angermann ist sehr gut!" Da ertönt hinter uns die Stimme eines etwas älteren Jungen, der scheinbar das Gespräch mit angehört hat:

"Nu, was heeßt denn bei ä Lährer gut? In dn ärschten vier Wochen, da sinse alle liemswärdch mit unsereen, awer hernachens im zweeten Monat - da entbubben se sich!"

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