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Hans-Jürgen Malles
Kennst du Friedrich Hölderlin?

Seine Werke gehört neben denen Goethes und Schillers zu den bedeutendsten der deutschen Klassik, auch wenn sein Leben im Wahnsinn endete. Eine Hinführung zum Verständnis von Hölderlins Persönlichkeit und Werk bietet Deutschlehrer Malles hier. Der Leser erhält Einblicke in ein facettenreiches Leben voller Höhen und Tiefen und darf teilhaben an Hölderlins Begeisterung für die Französische Revolution und die griechische Antike. Auch die Liebe zu Susette Gontard soll nicht unerwähnt bleiben.

Richard ist Leipziger...

Richard ist Leipziger...

Thomas Krakow

Wagners Geburtshaus
Wagners Geburtshaus
Leipzig ist die Geburtsstadt des Komponisten Richard Wagner. Hier kommt er im Jahr der Völkerschlacht am 22. Mai 1813 „auf dem Brühl im rot und weißen Löwen, zwei Treppen hoch" als neuntes Kind  des Polizeiaktuars Friedrich Wagner (1770 - 1813) und seiner Ehefrau Johanna Rosine Pätz (1778 - 1848) zur  Welt. Friedrich Wagner fällt am 23. November einer Typhusepidemie zum Opfer. Ludwig Geyer (1778 - 1821), langjähriger Freund der Familie, Schauspieler und Dichter, heiratet Richards Mutter im August 1814 und siedelt mit der Familie nach Dresden über. Nach dem Abriss des Geburtshauses (1886) wird das Grundstück mehrmals überbaut, schließlich mit einem Warenhaus. Bei einer Neubebauung des Brühls soll auch ein Ort der Erinnerung an  Richard Wagner entstehen.

Erstmals verbringt Richard als Neunjähriger in den Sommerferien einige Tage bei seinem Onkel Adolf Wagner (1774 - 1835) in Leipzig. Der mit Goethe und Schiller bekannte Philologe, Übersetzer und Privatgelehrte übt auf ihn einen großen Einfluss aus.

Nach dem Tod Ludwig Geyers kehrt die Familie Ende 1827 nach Leipzig zurück. Zunächst besucht Richard die Alte Nikolaischule, wo er aus Ärger „furchtbar lüderlich" wird. Seine Freundschaft mit dem Schulkameraden Guido Theodor Apel (1811 - 1867) wird ihn vor manchem finanziellen Desaster bewahren und ihm Aufenthalte auf dem Rittergut Ermlitz ermöglichen, dem Sommersitz der Familie.

Schon früh erwacht Richards Theaterleidenschaft. Im Leipziger Stadttheater brillieren  seine Schwestern  Rosalie und Ottilie als Schauspielerinnen. Nach dem Erlebnis mit der berühmten Sängerin Wilhelmine Schröder-Devrient 1829 als Fidelio beschließt Richard Musiker zu werden. Seine B-Dur-Ouvertüre (Paukenschlag-Ouvertüre) am 1. Weihnachtsfeiertag 1830 erheitert das Publikum.

1830 wechselt Richard an die Thomasschule. Auch hier interessiert ihn der Unterricht wenig. Er komponiert und nimmt Unterricht  bei dem Thomaskantor Christian Theodor Weinlig, bei dem Gewandhausmusiker Christian Gottlieb Müller (Harmonielehre) und Geigenunterricht bei  Robert Sipp als dessen „schlechtester Schüler". Am 23. Februar 1831 immatrikuliert er sich ohne Schulabschlusszeugnis als Student der Musik an der Universität Leipzig. Erste Kompositionen  Richard Wagners werden aufgeführt, so die viersätzige Sinfonie in C-Dur, 1832 in Prag uraufgeführt, und die Konzertouvertüren in d-Moll und C-Dur.

Nach Kritik seiner Lieblingsschwester Rosalie vernichtet er den Opernerstling „Die Hochzeit".  Am 16. März 1832 werden Ouvertüre und Schlussmusik zum 5.Akt von E. Raupachs „König Enzio" beifällig aufgenommen.

Wagner hat in Leipzig Kontakt zu Robert Schumann und Clara Wieck sowie Felix Mendelssohn Bartholdy.  Nach seinem ersten Engagement  in Würzburg verlässt er 1834 Leipzig endgültig und erscheint nur noch besuchsweise.

Als erste Wagner-Opern werden „Tannhäuser" am 31. Januar 1853 und „Lohengrin" am 7. Januar 1854 in Leipzig aufgeführt.

Nach der Aufhebung des Haftbefehls wegen der Teilnahme am Dresdner Maiaufstand 1849 gegen die sächsische Monarchie reist Wagner nach Leipzig, um am 01.11.1862 am Gewandhaus das Vorspiel zu den Meistersingern von Nürnberg uraufzuführen. Am 08.11.1868 wird ihm im Hause seines Schwagers Brockhaus der an der Universität Leipzig studierende Jungphilosoph Friedrich Nietzsche vorgestellt. Eine Bekanntschaft, die beider Verhältnis über den Tod hinaus prägen wird.

Grabstein der Schwester und Mutter auf dem Alten Johannisfriedhof, Foto: Dr. Pezold
Grabstein der Schwester und Mutter auf dem Alten Johannisfriedhof, Foto: Dr. Pezold

Im Neuen Theater wird 1878 zum ersten Mal außerhalb Bayreuths durch Angelo Neumann das monumentalste Werk Richard Wagners, der „Ring des Nibelungen", aufgeführt. Später geht Neumann mit der Leipziger Produktion auf erfolgreiche Welttournee.

Auf dem Alten Johannisfriedhof findet sich noch heute der Grabstein  seiner Lieblingsschwester Rosalie und der Mutter, die am 9. Januar 1848  gestorben war und den damaligen Königlich Sächsischen Hofkapellmeister mit einem „Gefühl...völlige(r) Vereinsamung" zurück ließ. 

 

 

 

 

Wir danken Herrn Krakow und Frau Dr. Pezold für die Nutzungsrechte der Bilder in diesem Artikel.