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Florian Russi: Worauf wir stolz sein können
Hans Georg Gadamer

Hans Georg Gadamer

Daniel Krüger

Wichtige Jahre seines beruflichen Wirkens verbrachte Hans Georg Gadamer, der den bedeutendsten Philosophen des 20. Jahrhunderts zugeordnet wird, in der Stadt Leipzig. 1937 wurde er als ordentlicher Professor und Direktor des Philosophischen Instituts an die dortige Universität berufen.

1945 - 1946 war er Dekan der Philosophischen Fakultät, danach ein Jahr lang Rektor der Universität. 1996 berief ihn die Sächsische Akademie der Wissenschaften zum Ehrenmitglied und ehrte ihn die Leipziger Universität mit der Ehrendoktorwürde.

Gadamers Bedeutung skizziert Florian Russi in dem Buch*):

„Für den in Marbach geborenen Philosophen Hans Georg Gadamer (1900 - 2002) war die Kunst der Auslegung oder Deutung von kulturell gewachsenen Zusammenhängen oder Normen Hauptziel seines wissenschaftlichen Wirkens. Diese Kunst, die er „philosophische Hermeneutik" nannte, stellte er vor allem in seinem 1960 veröffentlichten Hauptwerk „Wahrheit und Methode" dar. In der kritischen und reflektierenden Verbindung bzw. Verschmelzung von Althergebrachtem und Neuem, von Vorurteil und Korrektur, Verstehen und Geschehen, überliefertem Text und gegenwärtigen Lesern sah er einen Hauptgegenstand der Philosophie. Nicht allein die einzelne Situation, sondern auch ihre Verflechtungen und Folgen ergeben eine Wirkungsgeschichte, die hermeneutisch erfasst werden muss.

Gadamers Philosophie übte großen Einfluss auch auf die Literaturwissenschaften aus."

 

*Florian Russi: Worauf wir stolz sein können. Bertuch-Verlag. Weimar 2005 2. Auflage

 

 

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