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Die Päpste als Friedensvermittler

Der Kirchenhstoriker Stefan Samerski stellt die Friedenspolitik und -Arbeit des Heiligen Stuhls in der modernen Zeit heraus.

Links wie Luxemburg und rot wie Rosa

Links wie Luxemburg und rot wie Rosa

Dipl.-Päd. Ursula Brekle

Die Rosa-Luxemburg-Büste in der Gustav-Freytag-Straße in Leipzig, aufgestellt vor der nach Rosa Luxemburg benannten Ingenieurschule für Post- und Fernmeldewesen.(1)
Die Rosa-Luxemburg-Büste in der Gustav-Freytag-Straße in Leipzig, aufgestellt vor der nach Rosa Luxemburg benannten Ingenieurschule für Post- und Fernmeldewesen.(1)

Zum 150. Geburtstag von Rosa Luxemburg wurde am 5. März 2021 ein Denkzeichen vor dem Felsenkeller in Leipzig der Öffentlichkeit übergeben. 93 Edelstahlbuchstaben sind auf 6 Metern Granitporphyr eingelassen. Zitiert wird Rosa Luxemburg aus ihrer Rede zur weltpolitischen Lage, die sie am 27. Mai 1913 in dem traditionsreichen Versammlungsort vor Arbeitern hielt: „Solange das Kapital herrscht, werden Rüstung und Krieg nicht aufhören.“ Das markante Kunstwerk schufen der Grafiker Harald Alff und der Bildhauer Bodo Grimmer, beide sind Leipziger Künstler.

Am 5. März 1871 wurde Rozalia Luxenburg, wie sie eigentlich hieß, in Zamosc (Kongresspolen) geboren. Die Eltern waren Juden. In Zürich studierte und promovierte sie. Ab 1898 lebte sie in Deutschland, reiste viel, redete und organisierte. Sie schrieb Artikel, die häufig in Zeitungen veröffentlicht wurden. Sie schrieb Bücher, 1913 ihr Hauptwerk „Die Akkumulation des Kapitals“.

Zu ihren engen Freunden gehörte neben Clara Zetkin auch Bruno Schönlank, der viele Jahre Chefredakteur der Leipziger Volkszeitung (LVZ) war. Rosa Luxemburg schrieb von 1898 bis 1902 über 90 Artikel für die LVZ. Themen waren: „Miliz und Militarismus“ und „Sozialreform und Revolution“. Sie war sogar in der Redaktion der LVZ tätig, überwarf sich dann aber mit dem Chefredakteur Franz Mehring und trat aus. Nachdem sich ihr Unmut gelegt hatte, schrieb sie bis 1913 weiter Artikel für die LVZ.

Das Grab in Berlin. (2)
Das Grab in Berlin. (2)

Im Laufe der Jahre griff Rosa Luxemburg immer stärker den deutschen Militarismus und Imperialismus an. Wegen ihrer aufrechten und streitbaren Haltung, der sie auch Gehör verlieh, wurde sie vor allem in der Zeit des 1. Weltkrieges mehrfach inhaftiert. Im Rahmen dieses Beitrages können die revolutionären Ereignisse, die Kämpfe der Linken, die in der SPD, in der Arbeiterschaft und im Heer ausgefochten worden sind, nicht differenziert behandelt werden. Deshalb nur diese Schlaglichter: 1916 kam es zum Zusammenschluss der Kriegsgegner in der Spartakusgruppe als innerparteiliche Opposition innerhalb der SPD. 1917 wurde die Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands (USPD) gegründet. Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht engagierten sich als Wortführer in diesen Prozessen. Luxemburg informierte sich ausführlich über die russische Revolution und schrieb den Aufsatz „Zur russischen Revolution“. Sie warnte vor der Diktatur der Bolschewiki. In diesem Zusammenhang äußerte sie: „Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden.“ Ein Satz, der berühmt geworden ist. Die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) entstand am Jahresende 1918 aus einem Zusammenschluss des Spartakusbundes mit kleineren linksradikalen Gruppen, die anfangs in Flügelkämpfe zerstritten waren. Luxemburg und Liebknecht hatten Mühe, ihre Programmatik durchzusetzen. Zum Jahresbeginn 1919 wurde der Spartakusaufstand blutig niedergeschlagen. Am 15. Januar 1919 wurden Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht von Angehörigen der Garde-Kavallerie-Schützen-Division ermordet. Danach kam es in ganz Deutschland zu bürgerkriegsähnlichen Unruhen.

Die Linke erinnert jedes Jahr rund um den 15. Januar, dem Todestag von Luxemburg und Liebknecht, an die beiden Persönlichkeiten.

Lenin sah Rosa Luxemburg als ein „Adler“ unter Hühnern. Clara Zetkin bewunderte die Sozialistin der ersten Stunde und Vorkämpferin für die Arbeiter- und Frauenrechte als „Verkörperung beispielloser Energie“. Von vielen wird sie als die größte linke Politikerin des 20. Jahrhunderts gesehen. Zu ihrem Ruhm trug natürlich auch ihr gewaltsamer Tod bei, der sie zur Märtyrerin der Linken gemacht hat.

Bildnachweis

Kopfbild: aus Wikimedia, gemeinfrei

(1) Foto Ursula Drechsel

(2) aus Wikimedia, Urheber Phaeton1

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