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Hans-Jürgen Malles
Kennst du Friedrich Hölderlin?

Seine Werke gehört neben denen Goethes und Schillers zu den bedeutendsten der deutschen Klassik, auch wenn sein Leben im Wahnsinn endete. Eine Hinführung zum Verständnis von Hölderlins Persönlichkeit und Werk bietet Deutschlehrer Malles hier. Der Leser erhält Einblicke in ein facettenreiches Leben voller Höhen und Tiefen und darf teilhaben an Hölderlins Begeisterung für die Französische Revolution und die griechische Antike. Auch die Liebe zu Susette Gontard soll nicht unerwähnt bleiben.

Dr. Moritz Lampe - Ein Epitaph begründete seine Forscherkarriere

Dr. Moritz Lampe - Ein Epitaph begründete seine Forscherkarriere

Dr. Simone Tübbecke

Für viele Studierende der Kunstgeschichte ist es ein Berufstraum, in Florenz zu arbeiten — der Stadt, in der Michelangelo, Leonardo da Vinci und Brunelleschi wirkten, die Wiege der Renaissance. Alumnus Moritz Lampe lebt diesen Traum: Er ist Projektmitarbeiter am Kunsthistorischen Institut Florenz (Max-Planck-Institut), einer der ältesten Einrichtungen zur Erforschung der Kunst- und Architekturgeschichte Italiens.

Seit 2016 arbeitet er an einem Digitalisierungsprojekt, das die historischen Bestände der Fotothek des 1897 gegründeten Instituts aufarbeitet. Fotografische Porträts bilden derzeit seinen Forschungsschwerpunkt. Gerade ist er aus Rom zurückgekehrt, wo er an der renommierten Bibliotheca Hertziana einen Vortrag über fotokeramische Porträts und bürgerliche Memorialkultur in Florenz um 1900 gehalten hat. Auf italienischen Friedhöfen werden seit den 1870er Jahren Fotoporträts der Verstorbenen auf Keramik-Tafeln an Grabmälern angebracht‚ so konnte jeder das Antlitz der verstorbenen Angehörigen für die Nachwelt bewahren.

Epitaph Heinrich Heideck. Foto: Ursula Drechsel
Epitaph Heinrich Heideck. Foto: Ursula Drechsel


Mit der Sepulkralkultur begann auch die Karriere in Leipzig: „Ein Seminar zur Restaurierung der Epitaphien entfachte mein Interesse für sakrale Gedächtnismale. Besonders das künstlerisch qualitätsvolle Sehnitz-Epitaph für Heinrich Heideck aus dem Bestand der Universitätskirche fand meine Aufmerksamkeit“, sagt der Kunsthistoriker. An die Ergebnisse der 2008 fertiggestellten restauratorischen Maßnahmen knüpfte er mit einer kunsthistorischen Untersuchung des Epitaphs einer ideengeschichtlichen, ikonographischen‚ typologischen und stilgeschichtlichen Analyse — im Rahmen einer Magisterarbeit an.

Dabei gelangte er zu völlig neuen Erkenntnissen: Durch den spektakulären Fund einer Entwurfszeichnung im Museum der bildenden Künste Leipzig konnte er das Epitaph Heideck einem der bedeutendsten mitteldeutschen Bildschnitzer seiner Zeit, Valentin Silbermann, zuordnen. Betreut von Professor Frank Zöllner (Institut für Kunstgeschichte) und Professor Rudolf Hiller von Gaertringen (Kustodie) wurde die Arbeit 2009 unter dem Titel „Zwischen Endzeiterwartung und Repräsentation. Das Epitaph des Heinrich Heideck (1570—1603) aus der Leipziger Universitätskirche St. Pauli“ veröffentlicht.

Nach dem Magisterabschluss ging Moritz Lampe im Rahmen eines DAAD-Stipendiums nach Florenz, wo er von 2011 bis 2014 sein Promotionsprojekt verfolgte, unterbrochen durch einen sechsmonatigen Aufenthalt am Warburg Institut London. Im Jahr 2015 promovierte er an der Universität Florenz.
Die Entstehung des Universitätsneubaus am Augustusplatz in der Stadt seiner Studienzeit hat Moritz Lampe weiterhin verfolgt: „Nach der Eröffnung des Paulinums möchte ich nach Leipzig reisen, um das Epitaph Heideck an der Wand im Altarbereich zu besichtigen.“

Quelle

Das Leipziger Universiätsmagazin 2018. Platz zum Forschen, Lernen, Leben. Die Universität und ihre Bauten.