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Sesenheimer Liebeslyrik

Florian Russi

Während seines Studiums in Straßburg lernte Johann Wolfgang von Goethe die Sesenheimer Pfarrerstochter Friederike Brion kennen. Die beiden verliebten sich ineinander und Goethe wurde durch Friederike zu wundervollen Gedichten angeregt.

Einige von ihnen (Heideröslein, Mailied, Willkommen und Abschied u. a.) zählen zu seinen besten und beliebtesten überhaupt. In diesem Heft sind sie vorgestellt und mit Bildern und Erläuterungen angereichert.

Dr. Axel Ngonga

Dr. Axel Ngonga

Christian Schafmeister

Ein Informatik-Überflieger als nächster Einstein

Dr. Axel Ngonga. Fotos: Christian Hüller.
Dr. Axel Ngonga. Fotos: Christian Hüller.

Fragt man Jungen in Deutschland auf dem Spielplatz nach ihren Traumberufen, dann gehen die Arme bei Lokführer, Fußballer oder Feuerwehrmann besonders schnell in die Höhe. So gesehen ist Axel Ngonga schon als Kind aus dem Rahmen gefallen. Er wollte Astrophysiker werden! Bereits als Sechsjähriger verbrachte er in seiner Heimat Kamerun oft mehrere Stunden am Tag in der Bücherei, um Fachliteratur zu wälzen. Oder er schraubte technische Geräte auseinander und schaute sich alle Teile genau an. Seine große Neugierde brachte ihm bereits früh den Spitznamen „Mister Why“ („Herr Warum“) ein. „Dass ich einmal Wissenschaftler werde, stand für mich damals schon fest.“

Heute ist Axel Ngonga 32 Jahre alt, leitet als Informatiker eine Forschungsgruppe an der Universität Leipzig und gilt als einer der renommiertesten Nachwuchswissenschaftler Afrikas. Als solcher war er 2016 zur Wissenschaftskonferenz „Next Einstein Forum“ in Dakar im Senegal eingeladen. Wichtigstes Ziel der Veranstalter war es, die junge aufstrebende Generation afrikanischer Forscher stärker in den Fokus zu rücken, ihr eine Bühne und einen kräftigen Schub zu geben. „Der nächste Einstein wird aus Afrika kommen“, betonen sie.

Natürlich ist Axel Ngonga nicht Albert Einstein, beeindruckend ist aber auch sein Werdegang. Direkt nach dem Abitur in Kamerun zog es ihn 1999 nach Deutschland. Da war er 15 und hatte zuvor einige Klassen in der Schule übersprungen. „Deutschland hat mit seinen vielen Nobelpreisträgern eine große Tradition, die Sprache hat mich gereizt und das Studium ist billiger als in anderen Staaten“, erklärt er seine Entscheidung. Lange Zeit zur Eingewöhnung braucht er damals nicht. Seinen Sprachkurs am Herder-Institut kann er verkürzen und die Mathe-Vorlesungen im Informatik-Studium, das er mit l6 Jahren beginnt, sind ebenfalls keine Herausforderung. „Den Stoff kannte ich schon aus der zehnten und elften Klasse.“ 2003 wird der Kameruner als bester ausländischer Student der Uni Leipzig ausgezeichnet, von 2004 bis 2009 schreibt er nach dem Diplom gleich seine Doktorarbeit - als jüngster Uni Leipzig-Absolvent aller Zeiten.

Fragt man den Informatiker, wie es ist, als afrikanischer Vorzeigewissenschaftler gehandelt zu werden, verfinstert sich das sonst fröhliche und offene Gesicht. „Ich mag es grundsätzlich nicht, wenn Leuten Etiketten angeheftet werden.“ Gerade die Wissenschaft sei international und kenne keine Grenzen. „Ich bin daher hier in Leipzig auch kein Exot, sondern sehe mich vor allem als Leiter meiner Forschungsgruppe an der Universität.“

Diese beschäftigt sich mit Big Data und Semantic Web. Im Kern geht es um die Frage: Wie können Maschinen die Inhalte des World Wide Web verstehen? „Hinter dem Begriff Semantic Web steckt die Idee, das Wissen im Netz maschinenlesbar zu machen, indem Informationen mit dem passenden Kontext verbunden werden Wir wollen es ermöglichen, der Datenflut Herr zu werden“, erklärt Ngonga. Praktische Anwendungsmöglichkeiten gibt es in vielen Bereichen - von der Biomedizin über die Landwirtschaft bis hin zur Bildung.

Die Möglichkeiten, die der Kameruner in Deutschland hat, sind mit denen vieler Kollegen in Afrika nicht vergleichbar. Das fängt bei einfachen, aber wichtigen Dingen wie Publikationen für Fachkonferenzen an. Für internationale Kongresse müssen oft Beiträge bezahlt werden, hinzu kommen Kosten für die Übernachtung und Flüge. „Das sind für einige Wissenschaftler mehrere Monatsgehälter.“ Doch es geht nicht nur um Geld. es geht auch um die richtige Einstellung — und da sieht der Forscher große Chancen. „Es gibt in Afrika sehr viele wissenshungrige junge Leute, die Wissenschaft mitgestalten wollen und dafür bereit sind, ins Ausland zu gehen. Viele Forscher haben gelernt, auch mit einfachen Mitteln komplexe Probleme zu lösen.“ Allerdings warnt Axel Ngonga vor zu schematischen Betrachtungen beim Blick nach Afrika. „Der Kontinent besteht aus 54 Ländern, da sollte man sich davor hüten, zu stark zu generalisieren.“

Zu seiner neuen Heimat bringt er auch Kritik an. So gebe es in Europa eine „Wissenschaftliche Massenproduktion“, die Forschern oft nicht mehr die Zeit lasse, große Fragestellungen in Ruhe anzugehen. Stattdessen werde hierzulande oft nur „scheibchenweise vorgegangen“, bedauert der Wissenschaftler und führt das Bild fort: „Ich möchte nicht nur ein paar Scheibchen Salami anbieten, sondern immer zumindest eine Packung.“

Dr. Axel Ngonga (32) came to Leipzig University from Cameroon at the age of 75,

he was the youngest graduate at the university at 79 years of age, As a computer

scientist he now heads a research group at his a/ma mater and is viewed as one

ofAtrica’s most famous young scientists /n 2016 he was invited to the scientific

conference ,,Next Einstein Forum” in Dakar, Senegal which focuses on young

African researchers.

Quellen

- Mitteldeutsche Zeitung

- Universität Leipzig ALUMNI IM PORTRÄT 2017 - Nachdruck erlaubt