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Johannes E. R. Berthold
Die Bunte-Kinder

wahrhaftige Geschichten aus einer wundervolle Kindheit auf dem Land

Heym, Georg

Heym, Georg

Georg Heym via Wikimedia, gemeinfrei
Georg Heym via Wikimedia, gemeinfrei

Georg Heym war einer der talentiertesten, vielleicht sogar der begabteste Dichter der expressionistischen Generation. Er starb im Januar 1912, erst 24 Jahre alt, hinterließ aber ein Werk von enormem Umfang. 2.000 Seiten Lyrik, Dramatik, Prosa und Tagebuchaufzeichnungen umfasst die Gesamtausgabe seiner Arbeiten, die in den sechziger Jahren erschien. Zeitgenossen wie auch Spätere rühmten ihn als Genie von seltener Größe. Einer seiner Freunde, der später als Philosoph in England und den USA Karriere machte, meinte später, selbst in Gesprächen mit Albert Einstein, Thomas Mann und Sigmund Freud habe er nie das Gefühl gehabt, „einer so unmittelbaren geistigen Naturkraft gegenüberzustehen" wie bei Georg Heym. Und der Kritiker Marcel Reich-Ranicki, der für das Anlegen unbarmherziger Maßstäbe bekannt ist, urteilte, Heym wäre vielleicht einer der größten deutschen Dichter geworden, jedenfalls des 20.Jahrhunderts. In der Tat haben Gedichte wie „Der Krieg" oder „Der Gott der Stadt", die die unheilgeladene Atmosphäre jener Jahre vor dem Ersten Weltkrieg in apokalyptischen Bildern einfangen, seine Zeitgenossen wie kaum etwas anderes erschüttert.

Der Tod ereilte den Vierundzwanzigjährigen unter dem Eis des Wannsees bei einem Schlittschuh-Ausflug, den er zusammen mit einem Freund unternommen hatte. Dieser Freund war in ein Loch geraten, das man für das Wassergeflügel in die Eisdecke geschlagen hatte - Georg Heym ertrank bei dem Versuch, ihn zu retten.

Der Ruhm, den er so ersehnt hatte, erreichte erst den Toten, und er währt bis in unsere Zeit. Stephan Hermlin schrieb über Heyms Gedichte: „Keiner, der diese Strophen gelesen hatte, konnte sie ganz vergessen. Keine Anthologie, die Anspruch auf Gültigkeit erhob, kam ohne sie aus."

Vergleiche dazu: http://www.leipzig-lese.de/index.php?article_id=189
Artikel von Prof. Dr. sc. Friedrich Albrecht  Georg Heym und Leipzig

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