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Familie Stauffenberg: Hitlers Rache

Ursula Brekle

Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg war als Ehefrau von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der Schlüsselfigur im Widerstand gegen Hitler, von Anfang an in die Widerstandspläne ihres Mannes einbezogen. Sie bewies Mut und Stärke, obwohl sie nach der Ermordung ihres Mannes im Gefängnis und im KZ leben musste. Auch durch den Verlust von Angehö-rigen durchlebte sie eine leidvolle Zeit. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 drohte Himmler:
„Die Familie Stauffenberg wird ausgelöscht bis ins letzte Glied.“
Vor Ihnen liegt die spannungsreiche Geschichte, die beweist, dass es Himmler nicht gelungen ist, die Drohung wahrzumachen. Die jüngste Tochter von fünf Geschwistern Konstanze wurde noch während der mütterlichen Haft geboren. Sie berichtete vom 90. Geburtstag ihrer Mutter Nina, auf dem über 40 Nachkommen zusammengekommen waren. Die Nationalsozialisten haben trotz Hinrichtungen und perfider Sippenhaft nicht gewonnen.

Wie selbstbewusst war Johann Wolfgang von Goethe?

Wie selbstbewusst war Johann Wolfgang von Goethe?

Vorlesung von Goethes Werther. Gemalde von Wilhelm Amberg ( 1822-1899).
Vorlesung von Goethes Werther. Gemalde von Wilhelm Amberg ( 1822-1899).

 

Kult

Goethes Briefroman „Die Leiden des jungen Werthers" erschien erstmalig im September 1774 zur Leipziger Buchmesse. Das Buch machte den Dichter, der erst 25 Jahre alt war, schlagartig auch international berühmt. In Deutschland wurde ER geradezu kultisch verehrt. Zu seinem Geburtstag gratulierte ihm ein junger Autor mit einem Gedicht, in dem er Goethe mit Gott verglich, ihm dieselbe Schöpferkraft zuschrieb. Goethe kommentierte:

„Die anderen werfen mir doch nur Bonbons an den Kopf, der aber nimmt gleich die ganze Zuckertüte!«

Herzogin Anna Amalia von Sachsen-Weimar und Eisenach, geb. Prinzessin von Braunschweig-Lüneburg.
Herzogin Anna Amalia von Sachsen-Weimar und Eisenach, geb. Prinzessin von Braunschweig-Lüneburg.

 

Abendgesellschaft

Goethe war zu einer Abendgesellschaft bei der Kunst liebenden Herzogin Anna Amalie eingeladen. Häufig wurde etwas vorgelesen. Der Herzog öffnete leise das Fenster, bevor er  sich setzte. Goethe, der in der Nähe des Fensters saß, schloss es wieder, ebenso leise. Wenig später bemerkte es der Herzog und öffnete das Fenster wieder. Gleich danach sah er, das Fenster war wieder geschlossen worden. Verärgert unterbrach der Herzog die Lesung: „Wer macht denn immer wieder das Fenster zu?" Zunächst Schweigen. Dann erhob sich Goethe und sagte. „Eure Durchlaucht haben zwar das Recht über Leben und Tod Ihrer Untertanen zu entscheiden, aber erst nach Urteil und Spruch.«

Die Anekdoten sind nach alten Vorlagen von Ursula Brekle nacherzählt.